Eileen Chang

Das goldene Joch

Erzählungen
Cover: Das goldene Joch
Ullstein Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783550088728
Gebunden, 365 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Aus dem Chinesischen von Wolf Baus u.a., mit einem Nachwort von Susanne Hornfeck. Qiqiao ist mittellos, aber schön. Im China Mitte des 20. Jahrhunderts hat sie die Wahl, sich vor das goldene Joch einer arrangierten Ehe spannen oder als Konkubine aushalten zu lassen. Qiqiao heiratet in die reiche Jiang-Familie ein und muss sich mit dem bettlägerigen Sohn abfinden. Sie hasst ihren Mann, und in ihrer Einsamkeit verliebt sie sich in den gut aussehenden Schwager. Gefangen in der strikten Familienordnung und den Gehässigkeiten ihrer Verwandtschaft hilflos ausgeliefert, beginnt sie Trost im Opium zu suchen. Qiqiao zerbricht an ihrer Zeit, in der das moderne Versprechen der Selbstbestimmung neben der rigiden Moral und dem konfuzianischen Familienideal steht. In dieser und vier weiteren Erzählungen erweckt Eileen Chang das sich wandelnde Shanghai der 40er Jahre zum Leben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.01.2012

Katharina Borchardt dankt dem Verlag für die Wiederentdeckung dieser Klassikerin der chinesischen Moderne. Für sie können es die im vorliegenden Band versammelten fünf Erzählungen von Eileen Chang an psychologischem Gespür und in der Spiegelung von weiblichen Seelenlagen im Gegenständlichen locker mit der chinesischen Gegenwartsliteratur aufnehmen. So hart das jeweils geschilderte Frauenschicksal im Schanghai oder Hongkong der beginnenden Moderne Borchardt auch erscheint, so wenig bewegen sie die Geschichten zu Mitleid mit den als Prostituierte oder Hausangestellte unter dem Joch des Patriarchats ihr Leben fristenden Frauen. Auch darin nämlich ist die Autorin laut Borchardt groß: in der Schilderung charakterlicher Veränderung. Durch Verletzung und Liebesentzug werden ihre Frauen zu "Giftspritzen".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.01.2012

Endlich sind Eileen Changs bereits in den vierziger und fünfziger Jahren ausschließlich in Taiwan und Hongkong erschienene Erzählungen auch auf Deutsch erhältlich, freut sich Rezensentin Sandra Richter. Sie erfährt in den herausragenden, unter dem Titel "Das goldene Joch" veröffentlichten Geschichten nicht nur viel über das zwischen "Tradition und Moderne zerrissene" China der fünfziger Jahre, das von Gier und Rassismus geprägt war, sondern lobt insbesondere Changs Entlarvung der Kolonialismus-Schwärmerei, die beispielsweise durch Somerset Maugham vermittelt worden sei. Richter erkennt in den bedrückenden, nie "kitschigen" Geschichten auch immer wieder das persönliche Schicksal der Autorin, die etwa ihre Misshandlung durch den Vater in die psychologisch detaillierten Schilderungen ihrer Figuren einfließen lasse.
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