Eduardo Rabasa

Der schwarze Gürtel

Roman
Cover: Der schwarze Gürtel
Antje Kunstmann Verlag, München 2018
ISBN 9783956142307
Gebunden, 399 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem mexikanischen Spanisch von Hans-Joachim Hartstein. Auf den Gängen der Consultingfirma "Soluciones" erschallen unverständliche Anweisungen des Chefs, eine Rangliste im Foyer registriert minutiös die Performance der Mitarbeiter. Wer nicht genug leistet, wird mit einem fröhlichen Ständchen von Mädchen in kurzen Röcken fristlos entlassen. Ganz oben aber lockt wie ein Gral der Rang des Schwarzen Gürtels. Auch wenn keiner weiß, welche Versprechungen damit verbunden sind, und keiner den ominösen Chef je gesehen hat, wollen trotzdem alle nach oben. Fernando Retencio, einer der vielen Berater, scheint den Durchblick zu haben und auf dem besten Weg zum Schwarzen Gürtel zu sein. Für seinen Aufstieg ist ihm dabei jedes Mittel recht. Mit blühender Fantasie und so skrupellosen wie größenwahnsinnigen Methoden vermasselt er die Aufträge seiner Klienten - und wird entlassen. Außerdem droht ihm auch noch die eigene Ehefrau davonzulaufen, weil sie seine krankhafte Eifersucht nicht länger erträgt. Alles sieht danach aus, dass er gescheitert ist. Doch ein wahrer Held unserer Zeit gibt nicht auf...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.04.2018

Rezensent Ralph Hammerthaler hat sich eigentlich gefreut, mit "Der schwarze Gürtel" von Eduardo Rabasa einen mexikanischen Roman zu finden, der nicht nur die gängigen Mexiko-Klischees "Drogen, Mafia und Gewalt" abfrühstückt. Im Gegenteil versuche Rabasa sich an einer Kritik des globalen Neoliberalismus. Er schildert laut , so Hammerthaler den skrupellosen Aufstiegskampf des Angestellten Retencio in seiner ebenso skrupellosen Problemlösungsfirma "Soluciones". Aber obwohl Hammerthaler der offene Schluss und die subtil erzählten Rückblenden in die Kindheit des Protagonisten gefallen haben, ist der Roman für ihn dann doch nur eine "aufgeplusterte Satire", der es leider am nötigen Witz fehle. Mit platten Schablonen als Figuren und der Consultingfirma als eindeutigem Bösewicht erscheint er ihm als zu "unterkomplex" für seine hochgesteckten Ziele.
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