Jorge Comensal
Diese brennende Leere
Roman

Rowohlt Verlag, Hamburg 2025
ISBN 9783498003319
Gebunden, 416 Seiten, 28,00 EUR
ISBN 9783498003319
Gebunden, 416 Seiten, 28,00 EUR
Klappentext
Aus dem Spanischen von Friederike von Criegern. Mexiko-Stadt, Sommer 2029. Karina, Doktorandin der Quantenphysik, lebt bei ihrer alkoholkranken Großmutter, um die sie sich kümmert. Im nahe gelegenen Park Chapultepec, in dem sich ein Friedhof und ein riesiger Zoo befinden, bricht während einer Hitzewelle ein Feuer aus, die Tiere sterben oder fliehen, der Park wird völlig zerstört. Karinas Eltern starben vor 18 Jahren bei einem Autounfall, mehr weiß sie nicht. Die Großmutter schweigt oder redet wirr, Karinas Zweifel nehmen zu. Im Chaos nach dem Brand bittet sie den Friedhofswärter Silverio, der in sie verliebt ist, heimlich für sie das Grab zu öffnen - was Silverio tut, als plötzlich ein schwarzer Panther vor ihm steht, hungrig und gefährlich. Danach nehmen die Klimaproteste rund um den Park zu, ein Femizid kommt ans Licht, und in Karina wächst die Sehnsucht nach einem Leben ohne diese brennende Leere der Vergangenheit.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.04.2025
Rezensent Jobst Welge findet den zweiten Roman des mexikanischen Autors Jorge Comensal nicht überzeugend. Zu forciert, meint er, wirkt die Mischung aus Familienroman, Klimakrise-SF, Krimi und zoologischen Exkursen. Dass der Autor von letzteren nicht lassen kann, liegt laut Welge an seinem naturwissenschaftlichem Hintergrund. Die Story um die Aufklärung eines vermeintlichen Unfalltodes der Eltern einer der Protagonistinnen verbindet der Autor zwar durchaus gekonnt mit der Handlung um einen an Zoologie interessierten Friedhofswärter in Mexiko Stadt, insgesamt aber ist der Ton nicht ernsthaft genug, findet Welge, um der Geschichte die nötige Glaubhaftigkeit zu verleihen.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 14.02.2025
Als "heiter-beklemmendes Zukunftsszenario" beschreibt Rezensent Dirk Fuhrig den zweiten Roman des mexikanischen Shootingstars der Literatur Jorge Comensal - heiter im Ton, beklemmend in seiner Beschreibung und Analyse einer Realität, die nicht weit von unserer entfernt sei. Die Krimi-Handlung spielt sich im Jahr 2030 ab, vor dem Hintergrund einer Ökokatastrophe, einem Großbrand auf dem Friedhof in Mexiko-Stadt. Wenngleich sich Comensal ab und zu wiederholt und seine Dialoge auf den Rezensenten etwas quasselig wirken, schafft es der Autor doch immer wieder, all die Figuren, ihre Geschichten und Themen aufzugreifen und zurückzubinden auf die Hauptprotagonisten, versichert Fuhrig. Die Hauptfiguren sind eine junge Frau, die den Tod ihrer Eltern aufklären will, und ein Friedhofswächter, der nachts heimlich Gebeine der Toten ausgräbt. Comensal gelingt es, die Verbindungen von "Umweltzerstörung, Klimawandel, Artensterben, Immobilienspekulation", aber auch unser verändertes, distanziertes Verhältnis zum Tod aufzuzeigen, und das mit wunderbar subtilem Humor, freut sich der Rezensent.
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