Aus dem Französischen von Beate Thill. Der Dichter und Philosoph Édouard Glissant (1928-2011) ist spätestens nach der Veröffentlichung seines Buchs Zersplitterte Welten (Le Discours antillais) einer der großen Theoretiker der globalisierten Welt. Ein ebenso bahnbrechendes Werk ist seine 2009 erschienene und nun erstmals auf Deutsch vorgelegte Philosophie der Weltbeziehung (Philosophie de la Relation). Hier entfaltet er seine Vorstellungen von der "Einen Welt", die sich der Gleichheit bewusst ist. Sein Blick gilt der Schönheit der Welt, somit auch der Gefährdung der Natur. Der Bogen, den der Einzelne von seinem Ort zur Weltschlägt, stiftet eine "kosmische Intimität" zunächst in der Sprache - daher die große Bedeutung der Poesie für Glissants Vision.
Rezensent Ruthard Stäblein versteht Edouard Glissants aus Essayistischem, Biografischem und Lyrischem sich zusammensetzende Spurensuche auf seiner Kindheitsinsel Martinique als Appell. Es geht dem Autor nicht um Multikulturalismus, stellt er fest, sondern um einen Antagonismus: rhizomatisches, "archipelisches" Denken versus "kontinentales Denken in Beton". Glissants Konzept und Nachzeichnung seines Denkens, das der Autor mit dem Jazz vergleicht, findet Stäblein poetisch, in bildlich bunt und höchst aktuell.
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