Edna Mazya

Über mich sprechen wir ein andermal

Roman
Cover: Über mich sprechen wir ein andermal
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2008
ISBN 9783462040364
Gebunden, 430 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen von Stefan Siebers. "Wofür braucht man Bücher, wenn das Leben ein Roman ist?" Eine deutsch-jüdische Familie, drei Frauengenerationen und ihr Kampf um Unabhängigkeit und Lebensglück - Edna Mazya schreibt in ihrem Roman über drei selbstbewusste Frauen, die die Schwächen ihrer Mütter zwar verachten, deren Fehler aber trotzdem wiederholen. Nomi, Verlegerin aus Leidenschaft in Tel Aviv, reist nach Wien zu ihrem Freund Kirin, einem bekannten Theaterregisseur, um sich über die Beziehung zu ihm Klarheit zu verschaffen. In Wien begegnet sie überall den Spuren ihrer Familie, denn hier wuchs ihre Großmutter Ruth Stein auf, deren Tagebücher immer noch ungelesen auf Nomis Speicher in Tel Aviv liegen. Sie lässt sie sich schicken und begibt sich auf eine Reise in die eigene Familiengeschichte, von der sie sich bisher unberührt glaubte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.12.2009

Vollkommen in Bann geschlagen hat Susanne Klingenstein der zweite Roman von Edna Mazya, die darin eine jüdische Familiengeschichte in drei Generationen erzählt. Im Zentrum des Romans stehen Großmutter, Mutter und die Enkelin Naomi Keller, die sich zur Ursachenerforschung der eigenen psychischen Probleme auf Spurensuche der Geschichte ihrer Mutter und Großmutter in Deutschland begibt. Im Hintergrund bleiben der Holocaust und der Aufbau Israels, nicht zuletzt, weil sich die Autorin auf die seelische Verfassung ihrer Figuren konzentriert. Doch entsteht auf der Folie der "subtilen" Verweise der israelischen Autorin bei der gefesselten Rezensentin der Eindruck, dass sich die Frauenschicksale, in denen sich immer wieder die fatal entzogene Mutterliebe wiederholt, im Ursprung auf die "unerwiderte Liebe der Juden zur deutschen Kultur" zurückgeführt wird.
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