Edgar Salin

Im Sonderzug nach Alaska

Tagebuch einer amerikanischen Reise 1910
Cover: Im Sonderzug nach Alaska
Limmat Verlag, Zürich 2004
ISBN 9783857914584
Kartoniert, 179 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Paul Hugger. Im Jahr 1910 lud der New Yorker Bankier Jakob Schiff seinen 18-jährigen Neffen Edgar Salin aus Frankfurt ein, ihn auf einer Erkundungsreise nach Alaska zu begleiten. Neben dem Interesse für Land und Leute standen vor allem Fragen der Finanzierung von Eisenbahnbauten und industriellen Bergbauunternehmen im Vordergrund. Für die Fahrt quer durch den Kontinent stand ein Sonderzug zur Verfügung, für die Seereise ein Sonderschiff. Der junge Deutsche führte mit grosser Sorgfalt ein Tagebuch, das er mit zahlreichen eigenen und zugekauften Fotos ergänzte. Edgar Salin war ein guter Beobachter, sensibilisiert nicht nur für die faszinierenden Naturschönheiten, sondern auch für Fragen des Handels und der Wirtschaft. Der künftige Nationalökonom mit weitem kulturellem Horizont zeichnete sich bereits ab. "Im Sonderzug nach Alaska" ist das lange verloren geglaubte "Jugendwerk" des späteren Basler Ökonomieprofessors Edgar Salin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.08.2004

SZ Michael Mathiesen würdigt diesen Band vor allem als ein weiteres Kapitel der "faszinierenden" transatlantischen Kulturgeschichte, die von der - oft aus Deutschland in die USA eingewanderten - jüdischen Finanzaristokratie geschrieben wurde. In einer selbst dem interessierten Leser leider unverständlichen Einführung umreißt der Rezensent die bisherige Literatur zum Thema und die verwandtschaftlichen Beziehungen der Protagonisten. Über den Band selbst erfahren wir nur, dass er die Aufzeichnungen des jungen Edgar Salin von seiner Kavalierstour durch Alaska enthält. Zu der hatte ihn sein Onkel, der Finanzier Jacob Schiff eingeladen, und beide waren weniger an den landschaftlichen Reizen des Polarkreises interessiert als daran, Möglichkeiten kapitaler Investitionen zu eruieren. Ganz der kommende Nationalökonom, beschäftigt sich Salin den Informationen des Rezensenten zufolge intensiv mit Fragen des Gold-Mining, der Carborundum-Erzeugung und der Frage, ob solch menschenleere Gebiete besser von Trust oder von staatlichen Behörden erschlossen werden sollten. Mit einem Urteil hält sich der Rezensent dann leider vornehm zurück.

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