Carl Heinrich Merck

Das sibirisch-amerikanische Tagebuch aus den Jahren 1788-1791

Cover: Das sibirisch-amerikanische Tagebuch aus den Jahren 1788-1791
Wallstein Verlag, Göttingen 2009
ISBN 9783835305458
Gebunden, 405 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Dittmar Dahlmann, Anna Friesen und Diana Ordubadi. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts bemühte sich das Russische Reich um die Erschließung neuer Territorien im asiatischen und pazifischen Raum. Aus Mangel an eigenem wissenschaftlichem Nachwuchs beauftragte der russische Staat überwiegend westeuropäische Wissenschaftler mit der Erforschung unbekannter Regionen. 1786 schloss sich der deutsche Arzt Carl Heinrich Merck (1761-1799) einer von der russischen Zarin Katharina II. entsandten geheimen astronomischen und geografischen Expedition zur Erkundung Ostsibiriens und Alaskas an. Seine geographischen, botanischen, zoologischen und ethnologischen Beobachtungen hielt Merck in einem Tagebuch fest, das lange Zeit der Öffentlichkeit vorenthalten blieb. Dabei bieten seine Aufzeichnungen auch heute noch eine erstrangige historische Quelle für die kulturwissenschaftliche und ethnologische Forschung zu den indigenen Kulturen der Itelmenen, Cuk cen, Alëuten und Yupik.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2009

Sehr verdienstvoll findet Tilman Spreckelsen diese erste Edition von Carl Heinrich Mercks Tagebüchern, die nun in gekürzter und kommentierter Form vorliegen. Der Arzt hatte an drei Expeditionen nach Sibirien und Alaska teilgenommen und davon an seine Auftraggeber nach Sankt Petersburg Bericht zu erstatten. Die Notate, die die Tier- und Pflanzenwelt, geografische Notizen und ethnologische Beobachtungen festhalten, zeichnen sich für den Rezensenten durch ihre große Nüchternheit und Zurückhaltung aus, und er zieht seinen Hut vor der Herausgeberleistung, die naturgemäß von der Edition eines naturkundlichen Berichts aus dem 18. Jahrhundert viel Spezialwissen verlangt. Dass dabei dann doch das ein oder andere ungeklärt bleibt, stößt bei Spreckelsen auf volles Verständnis. Dafür sind ihm die Auswahlkriterien der Herausgeber und ihre Entscheidungen, welche Texte zu kürzen sind und welche nicht, nicht recht klar geworden. So vermisst der Rezensent vor allem schmerzlich einen gesonderten Bericht über den Besuch der Tschuktschenhalbinsel in Begleitung von Nomaden, von dem er nur eine sehr knappe Zusammenfassung im vorliegenden Tagebuch gefunden hat.