Edgar Allan Poe

Die Geschichte des Arthur Gordon Pym aus Nantucket

Roman
Cover: Die Geschichte des Arthur Gordon Pym aus Nantucket
Marebuchverlag, Hamburg 2008
ISBN 9783866480926
Gebunden, 523 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Hans Schmid. Kommentiert von Michael Farin und Hans Schmid. "Die Geschichte des Arthur Gordon Pym" - Edgar Allan Poes einziger Roman - ist ein Hauptwerk der amerikanischen Literatur und zugleich ein Abenteuerroman erster Güte. Die nervenaufreibende Fahrt der Reisenden führt in ein seltsames südpolares Land mit mörderischen Eingeborenen, wo nichts weiß ist und wo riesige Felsklüfte die Form von titanischen ägyptischen Buchstaben haben, aus denen sich schreckliche Mysterien aus der Frühgeschichte der Menschheit entziffern lassen. Und danach geht es in ein noch geheimnisvolleres Gebiet, wo alles weiß ist, und wo verhüllte Riesen und Vögel mit schneeigem Gefieder einen kryptischen Katarakt aus Dampf und Nebel bewachen, der sich aus unermesslichen Höhen in ein sengend heißes milchiges Meer ergießt...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.02.2009

Als Gewinn lobt Rezensent Ulrich Greiner diese neue Übersetzung von Edgar Allan Poes einzigem Roman, der aus Greiners Sicht mit seinen deutschen Übersetzern bislang wenig Glück hatte. Doch Hans Schmidts Fassung lese sich flüssig und bleibe stets nahe am Text. Allerdings hat auch dieser Band Grenzen, findet der Rezensent, der sich besonders von der ”besserwissserischen Überheblichkeit” des Übersetzers, der gleichzeitig Co-Herausgeber ist, gemartert fühlte, weil der den Text mit zahllosen Anmerkungen ”wie ein Sieb” durchlöchert habe und ohne Unterlass mit seinen Kenntnissen selbst der Romanfigur gegenüber zu ”punkten” versuche. Anmerkungen wie ”Hier irrt Pym” oder ”Poe hat hier falsch abgeschrieben” würden für Greiner im Anhang viellleicht noch für ”wissenschaftliche Zwecke” hilfreich sein. Aber die Zahlen, die er ständig aus Poes Text herausragen sieht und erst recht die immer schulmeisterlich werdenden, mitunter seitenlangen Fußnoten, machen die Lektüre für ihn doch zu einem Spießrutenlauf. Das ist aus seiner Sicht nicht nur Poes wegen, sondern auch der schönen Gestaltung des Bandes wegen schade.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.01.2009

Als "kleines Gesamtkunstwerk" preist Elmar Schenkel diese Neuausgabe von Edgar Allan Poes Geschichte des "Arthur Gordon Pym". Das lobende Etikett erwirbt er sich von Schenkel nicht nur durch die auf "Lesbarkeit und Genauigkeit" zielende Neuübersetzung von Hans Schmid, sondern auch durch einen ebenso präzisen wie munteren Fußnotenapparat und eine ausführliche Chronik. Zum Roman selbst äußert sich Schenkel etwas vorsichtiger, wenn auch mit großer Sympathie. Der "Pym" blieb Poes einziger Roman, denn eigentlich widersprach dieses Genre seiner eigenen Lehre der Kürze, wie der Rezensent informiert. "Wie ein Schwamm" sauge die Abenteuergeschichte um Meuterei und Massaker, um Walfänger, Hunger und Kannibalismus alte Mythen und neue Wissenschaften auf, sodass er nicht nur die damalige Aufregung um die Südpol-Expeditionen im "Pym" wiederfindet, sondern auch das Neueste von Mesmerismus und Phrenologie.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.01.2009

Anlässlich der nun vorliegenden kommentierten Neuübersetzung durch Hans Schmid rekapituliert Tobias Lehmkuhl noch einmal Handlung und Rezeptionsgeschichte von Edgar Allan Poes einzigem Roman, der "sowohl penible Philologen als auch Liebhaber reißerischer Abenteuergeschichten" begeistert habe und einigen Werken der Weltliteratur als Vorbild dienen konnte. Der neuen Übersetzung bescheinigt er, das Gewebe des Textes nachvollziehbar zu machen, in den Poe tatsächlich zahlreiche zeitgenössische Berichte eingearbeitet hat, um sie wiederum auf den "irrigen Wegen der Phantasie" bis hin zu dem zu seiner Zeit vergleichslosen apokalyptischen Schlussbild weiterzuspinnen. Auch im Vergleich zur bekannten Übersetzung durch Arno Schmidt stehe Schmids Neufassung gut da, der es gelinge, den "Poe'schen Furor dieses von Verzweiflung und Verwirrung durchspülten Textes einzufangen", befindet Lehmkuhl.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.01.2009

Freudig begrüßt Ulrike Brunotte diese von Hans Schmid besorgte Neuübersetzung von Edgar Allan Poes Roman "Die Geschichte des Arthur Gordon Pym aus Nantucket". Mit hohem Lob bedenkt sie die bibliophile Aufmachung des Buchs, die sorgfältige Kommentierung des Werks, seine Illustrierung und nicht zuletzt die eingehende und kundige Einführung zum Roman. Sie liest Poes Roman in erster Linie als "subtile Parodie" zeitgenössischer Berichte über Schiffskatastrophen, Meutereien und Seeabenteuer sowie der wissenschaftlichen Spekulationen über den "Malstrom" am Südpol. Den Autoren des Kommentars, Michael Farin und Hans Schmid, bescheinigt sie, dem Leser detailliert die vielen Quellen - nautische Handbücher, Expeditionsberichte und Roma - vor Augen zu führen, die Poe verarbeitet hat. So erfahre der Leser, "wie viele Subtexte - auch biografischer, politischer und literarischer Natur - sich in Poes Seegeschichte verbergen." Etwas bedauerlich findet sie nur das Fehlen von Erläuterungen zur Neuübersetzung.
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