Nachwort von Ines Geipel. Im Mai 1950 wird die 20-jährige Dichterin Edeltraud Eckert verhaftet und wegen des Besitzes von Flugblättern mit dem knappen Wortlaut "Für Freiheit und Demokratie" zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt. Der Band versammelt einen berührenden Zyklus von 101 Gedichten und Briefe aus der Haftanstalt. Ihre Briefe an die Eltern, die sie einmal im Monat - zensiert - schreiben durfte, erzählen hautnah von ihren Jahren als politische Gefangene in ostdeutschen Gefängnissen. Sie stirbt 1955 - 25 Jahre alt - nach einem Arbeitsunfall im Haftkrankenhaus Leipzig/Meusdorf.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.01.2006
Ein "literarisch gesetztes Zeichen gegen Diktatur und Gewaltherrschaft" sei diese "Jugendlyrik" von Edeltraut Eckert, lobt Christoph Schmaus. Eckert wurde 1950 als Zwanzigjährige in der DDR inhaftiert. Sie hatte regimekritische Flugblätter verteilt. In ihren Briefen nach Hause und in ihrer Lyrik verarbeite sie diese Zeit, die Wut, aber auch die Hoffnung auf Freiheit. Immer sucht sie "nach der verloren gegangenen Harmonie", interpretiert Schmaus. Stilistisch ist er meist zufrieden, nur wenn sich Eckert zu sehr an Rilke orientiert, neigt sie zur "symbolischen Überladung". Ansonsten aber sei ihre Poesie "ironielos und ehrlich" und zeige dem Leser ihre "tiefe Traurigkeit".Wichtig sei auch das Nachwort, findet Schmaus, durch das dem Leser erst die "volle Bedeutung" der Umstände deutlich wird.
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