Aus dem Amerikanischen von Susann Urban. Mit einem Nachwort von Thomas Girst. Ichiro Yamada bewegt sich zwischen zwei Welten. Nicht "ganz" japanisch, da in Amerika geboren und aufgewachsen, und gleichzeitig nicht patriotisch genug, um als Amerikaner zu gelten. Ichiro büßt dafür: erst in einem Internierungscamp, dann im Gefängnis, als er den Kriegsdienst für die USA verweigert. Nach Kriegsende kehrt er nach Seattle zurück, und nicht nur er, alles um ihn herum scheint sich verändert zu haben. Seiner Familie entfremdet und von der eigenen Community ausgegrenzt, versucht er, seinen Weg zu finden. Okada schildert mit No-No Boy schonungslos die Zerrissenheit und Widersprüchlichkeiten japanischer Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2019
Andreas Platthaus wünscht "No-no Boy", dem 1957 erschienenen einzigen Roman von John Okada, größere Verbreitung. Daher begrüßt er die überfällige Veröffentlichung einer deutschen Übersetzung und bedauert zugleich, dass sie den Mitgliedern der Büchergilde Gutenberg vorbehalten bleibt. No-no boys wurden jene jungen japanischstämmigen Amerikaner genannt, die sich weigerten, im Zweiten Weltkrieg der US-Armee beizutreten und gegen das Land ihrer Eltern zu kämpfen, erläutert der Rezensent. Dadurch, wie auch durch den Umgang mit der diskriminierenden Erfahrung der Internierung japanischstämmiger Amerikaner während des Zweiten Weltkriegs, kam es zu einer Spaltung der japanischen Community der Westküste, wobei diese Spaltung, wie auch in "No-no boy" geschildert, nicht selten innerhalb von Familien verlief, führt Platthaus aus, der dieses "ebenso begeisternde wie desillusionierende Buch" nur wärmstens empfehlen kann.
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