Im Mittelpunkt dieses heiteren Familienromans stehen Privat- und Berufsleben der prominenten Heidi. Seinerseits durchaus erheitert, ja angeheitert, berichtet Eckhard Henscheid in ausgewählten Episoden von einem vorbildhaften deutschen Leben in Pracht und zuweilen auch Schicksalhaftigkeit. Wenn Romane in der Regel Freude machen sollen, Vergnügen, sogar Behagen herstellen wollen, so gilt das für den vorliegenden Fall nur sehr bedingt. Kaum verhohlen beabsichtigt dieses Buch mehr oder weniger das Gegenteil: mit durchaus künstlerischen Mitteln, artifizieller Stringenz und sogar artistischem Ehrgeiz. Von seinen inhaltlichen Reizen abgesehen, sucht der Roman »Auweia« Sprache ausgerechnet dort auf, wo sie normalerweise in der schönen Literatur nichts verloren hat: in ihrer Inferiorität. "Auweia" ist als ein sogenannter Infantilroman ein episches Novum in der neuigkeitsreichen zweieinhalbtausendjährigen Geschichte des abendländischen Romans.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.01.2008
Nicht wirklich begeistern kann sich Claudio Gutteck für Eckhard Henscheids "Infantilroman", zumindest betrachtet er das Buch mit recht gemischten Gefühlen. Amüsiert hat er sich bei der Lektüre des Romans über die beiden berühmten Tennisspieler Heidi und Ron und ihre Kinder Laden Bin und Johana Isidora Pia Fuck Surinam jedenfalls nur sehr begrenzt. Zwar bescheinigt er dem Autor aufklärererischen Impetus. Aber die Verfolgung dieses Ziels mittels einer konsequenten Parodie von Strategien und sprachlichen Mitteln einer sich dumm stellenden Boulevardpresse findet er auf Dauer doch eher lähmend. Dieser Infantilroman wirkt auf ihn letztlich "so lustig" und "so öde" wie ein "heruntergerissener 126-seitiger Bildzeitungsartikel".
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