Aminatta Forna

Abies Steine

Roman
Cover: Abies Steine
Berlin Verlag, Berlin 2007
ISBN 9783827007353
Gebunden, 416 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Sabine Schwenk. Es beginnt mit einem Brief. "Die Kaffeeplantage in Rofathane gehört dir. O yi di. Sie ist da", schreibt ihr Cousin. Er bittet sie nicht zurückzukommen - er verfügt es. Abie folgt dem Ruf, sie kehrt zurück in das Land ihrer Ahnen, in einen entlegenen Winkel der Erde, der ihr aus der Kindheit vertraut ist und der nun ihr gehört - wenn sie ihn will. In Rofathane erwarten sie nicht nur die Landschaft, die Gärten ihrer Kindheit, es erwarten sie vor allem die Geschichten ihrer Tanten. Vier Frauen, deren Mütter alle mit dem Patriarch Gibril Umaru Kholifa, dem Gründer der Plantage, verheiratet waren: Abies Großvater. 1926 war er in unwegsamstes Gelände aufgebrochen, hatte es urbar gemacht, war zu Reichtum gelangt und hatte im Laufe seines langen Lebens elf Frauen geehelicht. In den Geschichten von Asana, Mariama, Hawa und Serah wird das Bild dieser längst vergangenen Zeit lebendig. Kraftvoll, farbig und voller Poesie erzählt Aminatta Forna von den Leben der Frauen, von ihrem Bestreben, sich aus erdrückenden Strukturen zu befreien, und vom Verschwinden einer spirituellen Welt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.03.2008

Bernadette Conrad zeigt sich durchaus berührt von den Frauenschicksalen, die Aminatta Forna in ihrem Buch ausbreitet, als Roman kann sie das Ganze aber nicht überzeugen. Die Autorin erzählt von der in London lebenden Abie, die die Plantage ihres Großvaters in Sierra Leone erbt und dort mit vier Töchtern seiner elf Frauen zusammentrifft, die ihr ihre Geschichte erzählen. So sehr die Rezensentin es auch zu würdigen weiß, dass Forna diesen Frauen eine "Identität" gibt, die sie aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung nicht zuerkannt bekommen, so sehr hat sie Schwierigkeiten mit der vielstimmigen Erzählweise. Die Schicksale der Frauen seien sich derart, dass die Rezensentin sich schwer orientieren konnte. Das findet sie umso bedauerlicher, weil sie die Poesie und das Einfühlungsvermögen, die Fornas Sprache und nicht zuletzt auch die Übersetzung von Sabine Schwenk aufweisen, sehr eingenommen haben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.11.2007

Enttäuscht klappt Claudio Gutteck das Buch zu. Weder Bezauberung noch Rührung konnte die Lektüre bei ihm auslösen. Zu sehr legt es die Autorin Aminatta Forna auf Exotik und die bekannten Topoi Patriarchat, Initiation und dergleichen an, wenn sie vier afrikanische Frauen ihre Geschichte erzählen lässt. Zu wenig, meint Gutteck, löst sie das Versprechen ein, bislang Verborgenes zum Thema Afrika zu präsentieren. Richtig ärgerlich findet Gutteck die sprachliche Unbesorgtheit der Autorin. Alle vier Charaktere, informiert er uns, bedienen sich der selben Stimme und bleiben so an der "Lebensoberfläche".
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Stichwörter