Franz Dobler

Aufräumen

Roman
Cover: Aufräumen
Antje Kunstmann Verlag, München 2008
ISBN 9783888975073
Gebunden, 205 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Mit Musik kennt Beat, der Held dieses Romans, sich aus. Mit Frauen auch. Immerhin hat er viele Filme gesehen, viele Bücher gelesen. Was zwar nicht immer hilft, manchmal aber schon. Drei Jobs braucht Beat, um sich über Wasser zu halten: Er kellnert im Heaven, schreibt gelegentlich Musikkritiken und beliefert einen Pornoproduzenten mit »Ideen«, mit Bildern, die er aus seinem Leben »schießt«. Doch aus seiner beengten Lebenssituation hat ihn das nicht geführt, es ist keine gute Zeit für die Generation der schwindenden Chancen. Wie ein Seismograf nimmt Beat die unterschwellige Aggression wahr, die die Leute mühsam oder gar nicht mehr unter Kontrolle haben. Wie der Mann, der vor ihm in der Straßenbahn sitzt und plötzlich ausrastet. Wann ist er selbst soweit? Er muss dringend aufräumen in seinem Leben. Vor allem jedoch muss er die Sache mit dem Pornoproduzenten und der Polizei klären. Erst dann kann er sich auf Monika konzentrieren, die Frau mit den Singles.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.08.2008

Kein Pop weit und breit, und Anton Thuswaldner ist heilfroh darüber. Franz Dobler nennt er respektvoll den Hardrocker unter den literarischen Zeitgenossen. Die Figuren in diesem Roman erscheinen Thuswaldner als tickende Zeitbomben, kaputt und voller Angst und Hass. Den Helden selbst kann er sich nur untergehend vorstellen, ein guter Kerl zwar, aber ohne Chance. Darin erinnert das Buch ihn an Döblins "Berlin Alexanderplatz" und Franz Biberkopf. Will er den Text als Lehrstück begreifen, was ihm Doblers "Brechtsche Emphase" nahelegt, so nur als eines ohne Lehre. Das macht für ihn noch kein großes Buch, doch die Lust des Autors "dem Kapitalismus sprachlich" zu begegnen, die hat ihm imponiert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2008

Großes Lob findet Sabine Doering für Franz Doblers Roman. Als rhythmisch und leitmotivisch wohlkalkuliertes Stück Prosa erscheint ihr die von Dobler erzählte Geschichte des liebenswürdigen, in prekären Jobverhältnissen lebenden Außenseiters Beat. Äußerst angenehm findet sie, dass Dobler nicht in Sozialromantik schwelgt, sondern sein Held immer wieder "aus allen Rollen heraus(fällt)". Dabei entgeht Doering weder das Spiel mit populären Genres - Screwball-Comedy-Dialoge und "kitschiges" Happy End - noch die aristotelisch exakte Konstruktion, die keine Handlungsfäden oder Motive ins Leere laufen lässt, wie eine gut unterhaltene Rezensentin feststellt.
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