Aus dem Englischen von Werner Schmitz. Schwächeanfall in der Questura. Brunetti landet im Ospedale Civile. Das Räderwerk des Alltags hat ihn zermürbt. Nachdem man ihn krankgeschrieben hat, will der Commissario in der Villa einer Verwandten von Paola zur Ruhe kommen. Wie wunderbar, einmal nicht Verbrechern hinterherzujagen, sondern in ländlicher Idylle seine Gedanken mit den Wolken ziehen zu lassen. Brunetti soll sich in der Lagune erholen. Doch zwischen Bienen und Blumen kommt er einem größeren Fall als je zuvor auf die Spur.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.07.2017
Donna Leons neuester Brunetti "Stille Wasser", der sechsundzwanzigste, ist ein Krimi der etwas anderen Art, verrät Thomas Steinfeld. Der Arbeit und Hitze überdrüssig flüchtet sich der Kommissar auf die Insel Sant' Erasmo in der Lagune vor Venedig, wo Leon ihn beinahe für die Hälfte der Geschichte in ein Idyll der Ursprünglichkeit abtauchen lässt, ins Regionale und Althergebrachte, bevor der Fall ihn herausreißt in die globalisierte Welt mit ihren globalisierten Verbrechen, fasst der Rezensent zusammen. Ursprung und Gegenwart klaffen auseinander und der Kontrast macht aus dem Krimi ein regelrechtes "ökologisches Pamphlet", schreibt Steinfeld. Wie schön, dass Brunetti am Ende wieder ins Idyll darf, findet der Rezensent.
Nach der Lektüre von Donna Leons neuem Roman "Stille Wasser" fühlt sich Elmar Krekeler ziemlich entschleunigt. Denn der 27. Fall um Kommissar Brunetti ist im engeren Sinne gar kein Krimi, erklärt der Kritiker, der den kurz vor dem Burnout stehenden Ermittler hier auf die Gemüseinsel Sant'Erasmo begleitet und liest, wie jener mit seinem alten Freund Davide über das Altern, die Erinnerung und das Sterben der Bienen sinniert. Dass irgendwann auch noch eine Leiche auftaucht, wird dabei zur Nebensache, meint der Rezensent, der diese melancholische "kontemplative Betrachtung über Bienen" offenbar gern gelesen hat.
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