Aus dem Türkischen von Antje Bauer. Schon ihr Eintritt in die Industriellenfamilie stand unter einem schlechten Stern: Sani war den reichen Ankaral gils nicht gut genug, ihre Hochzeit mit Cem wurde nicht gefeiert. Wenige Jahre danach wird die schöne junge Umweltschützerin tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Warum musste sie sterben?
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 15.10.2008
Ein wenig zu proper erscheint Andreas Fanizadeh der Kriminalroman "Scheidung auf Türkisch" von Esmahan Aykol. Durchaus reizvoll findet er zwar das Personal, die in Istanbul lebende deutsche Buchhändlerin Kati Hirschel, die sich nebenher als Privatermittlerin betätigt und ihren schwulen Gehilfen Fofo. Wie wir erfahren, ermitteln die beiden im Todesfall einer Frau aus den besten Kreisen, die sich gegen Umweltverbrechen eingesetzt hat. Dieser Themenwahl kann Fanizadeh einiges abgewinnen, etwa wenn Aykol ihre Helden auf einer Reise die von der Industrie zerstörte Umwelt betrachten lässt. Doch trotz dieser Sympathien erscheint ihm der Roman bisweilen etwas zu lässig konstruiert und "eine Spur zu konventionell" angelegt. Auch der gepflegte Tonfall der Erzählung scheint ihm etwas auf die Nerven gegangen zu sein, weshalb er der Autorin "etwas mehr Härte, Schmutz, Zuspitzung, Surrealismus und Widersprüchlichkeit" empfiehlt. Denn von einer ästhetischen Gebrochenheit, wie man sie etwa aus Fatih Akins Filmen kenne, sieht der Rezensent Aykol noch weit entfernt. Dennoch ringt er sich immerhin zu dem Urteil durch, dass sich die Lektüre "insgesamt lohnt."
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