Ungekürtzte Lesung von Adele Neuhauser mit einer Laufzeit von 4h 1 Min. Geboren 1927, ist Erika mit 12 Jahren vor den Nazis nach New York geflohen. Sie wächst in einem Waisenhaus auf, hat Anteil an der Gründung Israels und wird nach dem Studium Psychoanalytikerin; ganz auf sich gestellt, ihre Mutter hat den Krieg nicht überlebt. Ihr Vater, vermeintlich im KZ gestorben, glaubt seinerseits, als Einziger der Familie überlebt zu haben, bis er mitten auf dem Broadway seinen Bruder trifft. Als Therapeutin ist Erika bald eine Berühmtheit, die Riege ihrer berühmten Patienten reicht von Washington bis Hollywood. Nun, mit 95, ist sie wieder Österreicherin geworden, residiert im berühmten Hotel Imperial, wo einst Hitler nächtigte, und wenn man sie fragt, wie es ihr geht, sagt sie: "Gut. Wenn nicht heute, dann morgen."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.06.2024
Autor Dirk Stermann hat die Psychoanalytikerin und Holocaust-Überlebende Erika Freeman in einer ORF-Talkshow kennengelernt und dann, nach vielen Gesprächen, ein Buch über sie geschrieben, das für Rezensent Hannes Hintermeier Spannendes über Freemans Lebensgeschichte bereithält. Das Hörbuch wird gelesen von der österreichischen Schauspielerin Adele Neuhauser, was sich gut ergänzt, wie Hintermeier befindet: Freeman ist in Österreich geboren, als Zwölfjährige nach Amerika emigriert und Größen wie Mia Farrow und Marlon Brando auf ihrer Couch. Als sie in den 60er Jahren das erste Mal wieder nach Österreich kam, wurde sie im Hotel mit den Worten "Wir nehmen keine Juden" empfangen - mittlerweile ist sie Ehrenbürgerin Wiens, weiß der Kritiker, der sich beeindruckt zeigt von diesem reichen Leben.
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