Aus dem Englischen von Verena Kilchling. Es ist ein unaufgeregtes Leben, das die Sozialarbeiterin Helen in ihrer Heimatstadt im Mittleren Westen führt. Als sie die Gelegenheit bekommt, sich um Isaac zu kümmern, sagt sie sofort zu. Etwas Geheimnisvolles geht von dem Afrikaner aus, dessen Akte nichts von ihm verrät als seinen Namen. Helen fängt an, in seiner Vergangenheit zu forschen, und kommt ihm dabei immer näher. Doch je mehr sie über Isaac in Erfahrung bringt, desto größer wird das Verwirrspiel um seine Person. Ein paar Monate zuvor in Kampala, Uganda: In Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche hoffen auch Isaac und sein Freund Langston auf eine bessere Zukunft. Für einen Umsturz sind sie bereit, große Opfer zu bringen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.12.2014
Einen großartigen Roman über das Leben zwischen den Welten hat Rezensent Uwe Stolzmann mit Dinaw Mengestus "Unsere Namen" gelesen. Er folgt hier einem jungen Äthiopier, der in den Siebziger Jahren mit sozialistischen Träumen nach Uganda flieht und schnell feststellen muss, dass er auch hier Mord und Vertreibung erlebt. Bald lernt er Isaac kennen, erhält dessen Papiere für ein Studium in den USA und bricht mit neuem Namen und neuer Identität in die Fremde auf, berichtet der Kritiker. Fasziniert liest Stolzmann, wie es dem Autor gelingt, die verschiedenen Welten von Kapitel zu Kapitel einander durchdringen zu lassen, wie er mit Perspektiven und Identitäten spielt und Afrika und Amerika einander gegenüberstellt. Amerika als "spießiger", rassistischer Ort mit Amokschützen bleibt dem Rezensenten hier zwar zu einseitig, dennoch lobt er dieses realistisch erzählte Buch als ebenso spannendes wie eindringliches Werk.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.10.2014
Einmal mehr hat der äthiopische, in den USA aufgewachsene Autor Dinaw Mengestu einen Roman über Herkunft, Identität und Migration geschrieben, berichtet Rezensent Christoph Bartmann, kann den zahlreichen Lobeshymnen allerdings nicht uneingeschränkt zustimmen. Als durchaus lesenswert, aktuell und literarisch einwandfrei würdigt der Kritiker die in den siebziger Jahren spielende Geschichte um den aus Äthiopien stammenden, in Uganda lebenden und dann in die amerikanische Universitätsstadt Laurel ziehenden Isaac, ein Austauschstudent, dessen Ortlosigkeit sich allen Integrationsbemühungen zu widersetzen scheint. Überzeugt findet Bartmann auch Mengestus Entscheidung, auf analytisches Erzählen zu verzichten. Doch bei aller erzählerischer Souveränität des Autors vermisst der Rezensent doch ein wenig "literarische Verwegenheit".
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