Gewalt ist, anders als andere Gegenstände der Philosophie, ein fester Bestandteil unseres Alltags, selbst wenn sie uns womöglich in erster Linie in den Nachrichten entgegen tritt. Aber wissen wir deshalb schon, was genau "Gewalt" ist? Das scheint auf den ersten Blick der Fall zu sein, wird auf den zweiten, philosophisch informierten Blick allerdings fraglich. Dieses Buch bietet eine kritische Untersuchung des Begriffs der Gewalt, wobei es auch die Begriffe der kollektiven und der institutionalisierten Gewalt intensiv diskutiert. So wird deutlich, dass diese Begriffe zwar in einem bestimmten Sinne "notwendig umstritten" bleiben - und sich dennoch hinreichend klar bestimmen lassen, um den häufig zu beobachtenden strategischen Missbrauch des Gewaltbegriffs aufzeigen und kritisieren zu können."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.04.2021
Rezensent Wolfgang Hellmich empfiehlt Dietrich Schottes Buch über Gewalt als herausragende Arbeit zum Thema. Schottes methodischer Blick auf den Alltagsgebrauch des Gewaltbegriffs scheint Hellmich zwar nicht widerspruchsfrei, was der Autor daraus macht, überzeugt den Rezensent allerdings. Der Leser erfährt laut Hellmich nicht nur, was Gewalt sein kann, was die Forschung dazu sagt, welche Kriterien für eine Begriffsbestimmung taugen, welche nicht, er bekommt am Ende auch eine "schlanke Definition", die als Alternative zur Definition der "strukturellen Gewalt" taugt und die Bedeutung von Normen in diesem Zusammenhang hervorhebt.
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