Natürlichkeit ist in der Alltagsmoral weiterhin ein ausgesprochen positiv beladener Begriff. Eine gewichtige Rolle spielt er überall da, wo naturwüchsige Abläufe durch den technischen Fortschritt menschlicher Steuerung zugänglich werden, etwa in der Reproduktionsmedizin, der Genetik und der modernen Landwirtschaft. Das Buch fragt nach Gründen und Motiven zur Privilegierung des (relativ) Natürlichen gegenüber dem (relativ) Künstlichen und geht dessen ideengeschichtlichen Wurzeln nach.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2007
Rezensent Michael Pawlik betrachtet Dieter Birnbachers Überlegungen zu Körpertechnologie und Biopolitik überaus kritisch. Zwar bescheinigt er dem Philosophen einigen Scharfsinn, aber einer Meinung mit ihm ist er deshalb noch lange nicht. Birnbachers Befürwortung von reproduktiven Klonen und freier Geschlechtswahl kann er nicht teilen. Insbesondere weist er den Versuch des Autors zurück, Kritiker des biopolitischen Innovationswahns als ein "Häuflein Ewiggestriger" hinzustellen, "die, vom Tempo der Modernisierung überfordert, ihre Zuflucht in einem Natürlichkeits-Biedermeier suchen". Er moniert bei Birnbacher die Ignoranz gegenüber denjenigen philosophischen Kategorien, die zum adäquaten Verständnis der Idee personal verkörperter Würde nötig sind. Zudem hält er ihm vor, letztlich eine besonders platte Version des alten cartesischen Dualismus von res cogitans und res extensa zu verfolgen und somit "schlechte Metaphysik" zu betreiben.
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