Reportagen, Erinnerungen, Kommentare herausgegeben von Wilfried Schoeller. Ein Lesebuch erzählter Augenblicke. Von Juli 1936 bis März 1939 versuchten Republikaner, Anarchisten, Sozialisten, Kommunisten und bürgerliche Demokraten aus aller Herren Länder, die bedrohte spanische Republik zu verteidigen. Viele deutsche Schriftsteller und Publizisten engagierten sich mit Texten: von Thomas und Erika Mann bis zu Maria Osten, Hubertus Prinz zu Löwenstein und Willy Brandt. Diese Anthologie umfasst das bisher breiteste Spektrum ganz unterschiedlicher Positionen und bezeugt die ungeheure Wucht der Ereignisse.
Wilfried F. Schoellers "Stimmengewirr" von Texten deutscher Schriftsteller zum Spanischen Bürgerkrieg regt Franz Schuh zu einer ganzen Reihe historischer Assoziationen an, von Dollfuß bis Stalin. Über das Buch selbst sagt er wenig, er lobt allerdings das "hilfreiche Nachwort", das Guernica mit Dresden verbindet, für Schuh eine veritable "Renovierung alter Fronten im pazifizierten Raum". Bei den meisten Autoren fehlt ihm aber die unmittelbare Wucht der Ereignisse, das Geschehen werde nur indirekt vermittelt, aus einer bestimmten Geschichtstheorie heraus. Erstaunt hat den Rezensenten überdies der Text Carl Einsteins, in dem der "größte Ich-Sager von der Welt" der kollektiven Kraft der Truppe und dem schöpferischen Genie des Krieges das Wort redet.
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