Ernst Jünger hat in mehr als achtzig Jahren unzählige Briefe geschrieben und erhalten von durchaus unerwarteten Schreibern, darunter einigen Mitgliedern der Gruppe 47 und auch von Emigranten. Die Edition präsentiert größtenteils unveröffentlichte Briefe von etwa 50 Schriftstellern, Publizisten und Wissenschaftlern, die hier ihr Verhältnis zu Jünger erläutern oder Ideen einer Zusammenarbeit entwickeln, darunter Wolfdietrich Schnurre, Alexander Mitscherlich, Siegfried Unseld, Alfred Andersch, Paul Celan, Werner Heisenberg, Karl Jaspers, Hubert Fichte, Hans Mayer, Gershom Scholem, Heiner Müller und Walter Kempowski.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.10.2011
Die 52 Briefe von Autorenkollegen, die Ernst Jünger zwischen 1945 und 1991 empfangen und akribisch gesammelt hat, haben Jan Röhnert nur selten mit Gewichtigem überrascht. Zumeist sind die Briefanlässe heute nicht mehr wirklich interessant, stellt er fest. Aber ein paar Briefe haben ihn dann doch stärker gefesselt, wie etwa Ernst Niekischs bittere Abrechnung mit früheren Weggefährten. Für Röhnerts Gefühl schaffen es allerdings nur wenige Briefschreiber, das Gleichgewicht zwischen "Verehrung und Distanz" zu halten und hier sticht Heiner Müllers Brief an Jünger aus dem Jahr 1987 hervor, in dem dieser über seine erste Begegnung mit Jüngers "Blätter und Steine" schreibt. Viel mehr als "Appetithappen" stellt dieser Band für den Rezensenten nicht da, für Leser, die das Werk Jüngers schon ganz gut kennen aber, glaubt er, ist aber schon Interessantes dabei.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…