Die moderne Diktatur ist zum Signum des 20. Jahrhunderts geworden. Der Autor gibt einen ausgezeichneten Überblick über vergleichende Diktaturforschung und stellt ihre konkurrierenden Ansätze - 'Totalitarismus', 'politische Religion', 'moderne Diktatur' - dar. Zu den Fallbeispielen italienischer Faschismus, Nationalsozialismus, stalinistische Sowjetunion und SED-Herrschaft werden strittige Fragen auf der Ebene des Gesamtvergleichs ebenso skizziert wie zu den Einzelthemen 'Führer und Herrschaftsapparate', 'Grenzen totalitärer Systeme', 'Terror und Verfolgung' sowie 'Widerstand und Opposition'.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.08.2002
Eine "sachkundige", zeitgemäße und interessante Auseinandersetzung mit dem komplexen und komplizierten Thema Diktaturenvergleich ist dem Autor Detlef Schmiechen-Ackermann hier gelungen, findet Rezensent Klaus-Dietmar Henke. Schwierig findet Henke das Thema deshalb, weil diesem Forschungsansatz zwar durchaus einige interessante Einsichten zu verdanken seien, andererseits er aber dort, wo er am häufigsten eingesetzt wird, am wenigsten hilfreich sei: "Gerade für die Gegenüberstellung des rechten und des linken Totalitarismus ist diese Methode besonders unergiebig", so die Einschätzung des Rezensenten. Seiner Meinung nach ist offensichtlich, dass dieser Forschungsansatz "in der eher abstrakten Herrschaftsformenlehre unverzichtbar ist", bei näherer Betrachtung konkreter Diktaturen jedoch deutliche konzeptionelle Schwächen aufweist. Diese Problematik wird in der Studie kompetent aufgearbeitet und "kundig vermessen", so das Fazit des Rezensenten.
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