Das 21. Jahrhundert kann das der humanen Revolution werden. Galt früher: Das Unternehmen ist alles - der Mensch nichts, so wird zukünftig eher das Gegenteil richtig sein: Der Mensch ist alles - das Unternehmen hingegen nichts. Unternehmen sind in der entwickelten Welt der letzte Hort von Planwirtschaft und demokratischem Zentralismus. Und so wie Staaten scheiterten, so werden auch Unternehmen scheitern, die zentrale Planung verwenden, wo marktwirtschaftliche Flexibilität von Nöten wäre. Die bahnbrechende Konsequenz daraus: Die Firma der Zukunft wird nicht die herkömmliche pyramidale Organisation haben. Sie wird eher so aufgestellt sein wie heute schon Bayern München: Eine große Zahl von einfachen Angestellten, von denen jeder konsequent seine eigenen Interessen verfolgt, meistens aber extrem mannschaftsdienlich agiert, weil der Erfolg seines Arbeitgebers auch seinen eigenen Marktwert verbessert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.06.2001
So "ungeheuer", wie der Teaser zur Besprechung von Dagmar Deckstein verspricht, ist der Optimismus des Autors dann wohl doch nicht. Die Rezensentin, sagen wir, überschlägt sich wenigstens nicht vor Staunen. Ein bisschen Kant zum Einstieg ("Was ist die humane Revolution?"), beim Autor wie bei Deckstein, gefolgt von der etwas lustlosen Prophezeiung, um dieses Buch werde niemand herumkommen, der mitreden wolle in der Debatte um die Zukunft der Arbeit und das Schicksal der "New Econ..." (gähn), dann, ach ja, die Richtung: sehr optimistisch, doch: "Das Individuum (glaubt der Autor) wird nicht länger eines Teils seiner Einzigartigkeit beraubt werden können, um es mit den gesellschaftlichen Normen kompatibel zu machen ... Der Aufstand des Individuums ist in vollem Gange."
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