Herausgegeben und aus dem Englischen von Margitt Lehbert und Hans-Christian Oeser. Derek Mahon wurde 1942 in Belfast als Sohn protestantischer Eltern geboren und studierte in Dublin, wo er mit seinem ersten Band, "Night Crossings" (1968) als Dichter bekannt wurde. Wie so viele irische Dichter seiner Generation verbrachte er einen Großteil seines Lebens im Ausland - England, USA, Frankreich - und schrieb auch aus der Spannung zwischen Heimat und Fremde. Sein scharfer Blick auf die "Troubles", den Bürgerkrieg in Nordirland, eröffnet neue Perspektiven auf die Geschichte. Heute lebt er in Kinsale, County Cork. Seine Lyrik verwebt Politik, Privates, Philosophie sowie Anspielungen auf poetische Texte. Auch als Übersetzer von Lyrik machte er sich einen Namen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.12.2012
Ein Klassiker!, ruft Angela Schader aus. Noch dazu einer, der Witz hat und die alten Griechen mit dem banalen modernen Alltag kreuzt. Und dies ist die erste deutsche Übersetzung überhaupt, freut sich die Rezensentin weiter, die die Herausgeber und Übersetzer allerdings dafür kritisiert, dass sie mit Informationen über den Dichter im Begleitmaterial allzu geizig sind. Mahons Lyrik schildert sie als präzise Sicht auf die Natur in glattter, unspektakulärer Sprache, darum um so einleuchtender. Sie exemplifiziert das am Gedicht über den Lapislazuli auf dem Pult des Dichters, den er in reiner Beschreibung auffängt. Interessant auch, wie der Dichter sich nur in Anspielungen auf den Nordirlandkonflikt einlässt, vor dem er im wesentlichen geflohen zu sein scheint.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…