Aus dem Amerikanischen von Thorsten Schmidt und Christiane Wagler. Es war die Zeit, in der Edison mit seiner elektrischen Glühbirne für Aufsehen sorgte, als Frauen an der amerikanischen Ostküste erstmals die Gestirne erkundeten. Ein Professor der Harvard University engagierte sie Anfang der 1880er-Jahre zunächst als "Computer" - als Rechnerinnen - am Observatorium. Darunter nicht nur Familienmitglieder von Astronomen, sondern auch Absolventinnen der neuen Frauen-Colleges und begeisterte Sternbeobachterinnen. Und sie leisteten wahrlich Erstaunliches: Die ledige Mutter und ehemalige Haushälterin Williamina Fleming etwa machte durch ihre Berechnungen allein schon an die 300 Sterne ausfindig. Die Pfarrerstochter Antonia Maury entwickelte eine eigene Klassifikation der Planeten, die heute als Grundstein der modernen Astrophysik gelten kann. Doch wenige der Harvard-Frauen fanden später die verdiente Anerkennung auf einer eigenen Forschungsstelle. Dem Wirken der ambitionierten Wissenschaftlerinnen ein Denkmal zu setzen ist daher Dava Sobels Anliegen mit ihrem neuen, spannend erzählten Buch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2017
Rezensent Thomas de Padova hat großen Respekt vor dem Denkmal, das die amerikanische Autorin Dava Sobel der ersten Sterneninventur mit fotografischen Mitteln widmet. Der Hauptreiz des Buches liegt für ihn im Auftritt der Frauen, die das Archiv des Henry-Draper-Sternenkatalogs über die Jahre aufbauten. Die aufwendige Recherche der Autorin, ihre Ausführungen über die Archivarbeit hinter dem Himmelskatalog und ihre Zitate aus den Veröffentlichungen des Instituts findet der Rezensent bemerkenswert, anschaulich und dazu angetan, einen "exzellenten" Eindruck von der Bedeutung der Sternenforschung zu vermitteln.
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