Aus dem Englischen von Burkhardt Wolf. Herausgegeben von Ara Guzelimian. Kultur kann Frieden stiften, Sprache politische Gräben überwinden. Daniel Barenboim und Edward Said geben einen bewegenden Einblick in ihre außergewöhnliche Freundschaft. Leidenschaftlich sprechen sie über Musik, Zeitgeschichte und den notwendigen Austausch von Kultur und Politik.
Wolfram Goertz ist von diesem Band, der sechs Gespräche aus sechs Jahren zwischen dem Dirigenten Daniel Barenboim und dem 2003 verstorbenen Kulturwissenschaftler Edward W. Said enthält, äußerst angetan. "Selten", so der begeisterte Rezensent, sei über "Musik und Gesellschaft" so genau und gleichzeitig so "fantasievoll" geredet worden. "Frappierend" findet der Rezensent auch, wie stark die Politik in die Gespräche über Musik Eingang findet, so zum Beispiel, wenn Barenboim ein verpatztes musikalisches Tempo mit dem "Osloer Abkommen" vergleicht. Goertz kann zwar nicht jedem Standpunkt der Gesprächspartner gleichermaßen zustimmen, insbesondere die beiderseitige Ablehnung von Musikausübung auf historischen Instrumenten kann er nicht beipflichten. Trotzdem nehmen ihn das Nebeneinander von "abstrakter Diskussion und konkretem Fallbeispiel" sowie die "Dialektik der Argumentation", die die beiden Gesprächspartner an den Tag legen, sehr für dieses Buch ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.03.2004
Alexandra Senfft feiert dieses Buch mit Gesprächen zwischen Daniel Barenboim und Edward W. Said als "eine Darbietung vom Feinsten", ja sogar als "Offenbarung". Die beiden Akteure würden ihre Leser, "über die Grenzen des provinziellen Denkens und Empfindens hinweg in die Welt der universellen humanistischen Werte" heben, schwärmt die Rezensentin. Kunst etwa, berichtet Senfft, sei sowohl für den Israeli Barenboim wie für den Palästinenser Said keine elitäre Veranstaltung, sondern "eine Antwort auf allgemeine Fragen zur Gegenwart". Gelobt wird von Senfft auch Burkhard Wolf, der den Dialog der beiden "bestens übersetzt" habe. Für die Rezensentin ist dieses Buch dabei nicht nur "Zeugnis einer intensiven Freundschaft", sondern auch ein Vermächtnis geworden. Barenboim, berichtet Senfft, sagt hier über den im vergangenen Jahr gestorbenen Edward Said: "Die Palästinenser haben mit ihm einen der eloquentesten Verfechter ihrer Wünsche verloren. Den Israelis ist ein fairer und menschlicher Widersacher abhanden gekommen. Und ich habe einen Seeelenverwandten verloren."
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