Klappentext

Aus dem Englischen von Peter Torberg. Daniel bewirtschaftet in einem abgelegenen walisischen Landstrich eine kleine Schafsfarm, als er bei einem tragischen Unfall seine Frau verliert. Mit letzter Kraft hält er sich und den Betrieb aufrecht, gehalten von den Ritualen des rauen Landlebens und verfolgt von den Erinnerungen an flüchtige Momente des Glücks. Zur gleichen Zeit hinterlässt ein brutaler Hundezüchter in der Gegend seine Spuren. Er jagt illegal Dachse und wirft sie in Wettkämpfen abgerichteten Terriern vor. Doch so wie Daniel die Vergangenheit nicht loslässt, ist auch er ein Verfolgter, die Polizei hat bereits seine Witterung aufgenommen. Als er für eine Jagd ausgerechnet auf Daniels Land ausweicht, überschreitet er endgültig jene unsichtbare Grenze, hinter der es kein Zurück gibt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.03.2015

Unter all den Urteilen, die Friedhelm Rathjen dem Autor um die Ohren haut, wiegt der "handwerklicher Dilettantismus" wahrscheinlich am schwersten, weil er alle anderen Mängel so offenbar und so peinvoll werden lässt. Cynan Jones' kurzer Roman kreist um die archaische Kargheit des walisischen Landlebens, um das Geben und Nehmen von Leben, um erschöpfte Körper und um "Blut, Schleim und Regen". Aber auch wenn Jones seinen Showdown noch so zielstrebig inszeniert, Rathjen lässt sich nicht packen: dieses ganze "Blut-und-Boden-Geraune" gehen ihn furchtbar gegen den Strich.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 28.03.2015

Auf hoch konzentrierte, lakonische Prosa trifft Rainer Moritz in Cynan Jones' schmalem Roman über zwei Außenseiter in den walisischen Bergen. Dass es um Angst geht in dem Text, verrät Moritz, auch dass der Autor eine starke Sprache und starke Bilder findet für eine rohe Szenerie, Bilder, die den Rezensenten nicht kaltlassen. Zu den vielen existenziellen Momenten des Textes, denen der Rezensent begegnet, zählen eine Dachsjagd und die Erinnerungen einer der beiden Hauptpersonen an seine verstorbene Partnerin. Dem Rezensenten vermitteln sie Einblicke in verwüstete Seelenlandschaften und ein bedrückendes Gefühl der Ausweglosigkeit.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.02.2015

In Cynan Jones' komprimiertem Roman "Graben" geht es um das Verhältnis von Mensch und Kreatur, berichtet Hans-Peter Kunisch. Die beiden Hauptfiguren haben beide mit Tieren zu tun: der raue, namenlose Dachsjäger steht selbst eher auf der Seite der Natur, wenn auch als Raubtier, mit den Menschen, denen er die Dachse für Schaukämpfe und andere Grausamkeiten verkauft, hat er wenig zu schaffen, erklärt der Rezensent. Auch der Hirte Daniel hat sich seit dem Tod seiner Frau zurückgezogen, ist aber ein ungleich sanfterer Gesell, so Kunisch. Man könnte dieses Buch als meisterhafte "Gegenüberstellung verschiedener Schweigsamkeit" verstehen, meint der Rezensent.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.01.2015

Für Christoph Schröder ein kleines, aber fesselndes Buch über große Themen, das Cynan Jones über Männer und den Kampf zwischen Gut und Böse geschrieben hat. Besonders gefallen hat Schröder, dass der Autor sich jeglichen moralischen Urteils enthält, aber dennoch genau den Unterschied zwischen einem Heger und Pfleger und einem eher destruktiven Charakter kennt. Szenen wie die einer Dachsjagd oder die Landschaftseindrücke im Buch wird der Rezensent nicht so schnell vergessen. Die Stärke des Autors liegt hier für Schröder in der lakonischen, aber plastischen wie mitreißenden Schilderung sowie im Timing und der Tatsache, das Jones dem Leser stets Raum für eigene Assoziationen lässt.
Stichwörter