Ausgerechnet Saudi-Arabien, die Heimat Bin Ladens und vieler "Banker des Terrors", sucht man vergebens auf George W. Bushs "Achse des Bösen". Das hat ganz einfache Gründe: die Abhängigkeit der USA vom arabischen Öl und die finanziellen Interessen des Bush-Clans am Ölgeschäft. Seit Jahrzehnten verdienen die Texaner in dem korrupten fundamentalistischen Staat Millionen. Das Königshaus Saud und zahlreiche saudische Geschäftspartner haben also mit einer Hand Bushs Wahlkampf, mit der anderen den islamischen Terror finanziert, so das Fazit des amerikanischen Journalisten Craig Unger. Er veröffentlicht in diesem Buch die Ergebnisse seiner Recherchen über die Geschäftsbeziehungen der beiden Familien, die er über Jahre zusammengetragen hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2004
Die Verschwörungstheoretiker hätten sich bereits ausgetobt, meint Wilfried von Bredow, nun kämen die Entlarvungsbücher, die den Wahlkampf in den USA begleiten. Für von Bredow hebt sich dieses von dem Journalisten Craig Unger vorgelegte Buch aus der Flut der jüngsten Veröffentlichungen Bush-kritischer Bücher zunächst positiv ab. Es hat sich eines hochinteressanten Themas angenommen, erläutert er sein Interesse, nämlich der Verflechtungen zwischen der saudischen Herrscherfamilie und der Bush-Administration, die insofern brisant sind, als auf der einen Seite eine pro-amerikanische Außen- und Ölpolitik vom Hause Saud vertreten wird, andererseits aber der islamische Fundamentalismus auch dort zugenommen hat und Geldmittel aus Saudi-Arabien in den internationalen Terrorismus geflossen sind. Eine "fragile Stabilität", meint von Bredow. Seines Erachtens hat Unger das spannende Thema leider verschenkt, indem er es sensationalistisch ausschlachtet. Politik werde bei Unger auf persönliche Beziehungen reduziert, kritisiert von Bredow, Bush erscheine als Marionette der saudiarabischen Politik. Aus Fakten werde hier Fiktion, schließt von Bredow.
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