Craig Thompson

Habibi

Cover: Habibi
Reprodukt Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783941099500
Gebunden, 672 Seiten, 39,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Stefan Prehn und Matthias Wieland. Vor einer fantastischen Kulisse aus orientalischen Wüstenlandschaften, märchenhaften Harems und der allgegenwärtigen Kluft zwischen "Erster" und "Dritter Welt" erzählt "Habibi" die bewegende Geschichte von Dodola und Zam, zwei Sklavenkindern, die der Zufall eint, das Schicksal auseinanderreißt und deren tiefe Liebe zueinander allen Widrigkeiten zum Trotz überdauert. "Habibi" ist eine epische Liebesgeschichte, eine Parabel über das gemeinsame Erbe von Islam und Christentum und allem voran eine Ode an die Magie des Geschichtenerzählens.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.12.2011

Andreas Fanizadeh überschüttet Craig Thompsons "Habibi" geradezu mit Lob. Die über 600 Seiten umfassende, zwischen Orient und Okzident, Realität und Imagination angesiedelte Graphic Novel bezeugt für ihn nicht nur beeindruckende zeichnerischer Kunst, sondern auch hohes erzählerisches Talent. Denn so komplex, weit ausgreifend und spielerisch ornamental das Werk auch angelegt ist - Thompson arbeitet mit Rückblenden, Zeitsprüngen, Traumsequenzen, Parabeln -, so packend zugleich ist es in Fanizadehs Augen. Vor allem die im Zentrum stehende abenteuerliche Liebesgeschichte zwischen den entlaufenen Sklaven Zam und Dodola findet er mitreißend. Er versteht "Habibi" nicht zuletzt als kluge Auseinandersetzung eines "westlichen Intellektuellen mit der orientalischen Welt".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.10.2011

Den Rezensenten Christoph Haas hat diese Graphic Novel des amerikanischen Comic-Zeichners Craig Thompson rein erzählerisch nicht überzeugen können, obwohl er ihr mit großer Spannung und hohen Erwartungen entgegengesehen hat. Zu überladen mit Themen und guten Intentionen scheint ihm die Geschichte um das Mädchen Dodola und ihren Freund Zam, die im Lauf des Buches das Schicksal von Zwangsverheiratung, Versklavung und Prostitution erleiden. So ist es Thompson offensichtlich wichtig, sich in seiner  Geschichte als Kultur- und Religionsvermittler zu betätigen, was dem Rezensenten auf die Dauer schlicht zu viel wird. Warum er dennoch das Buch nicht aus der Hand legen kann, liegt allein an den Zeichnungen, die er als "aufregend" preist. Er rühmt ihre Lebendigkeit und ist insbesondere von der Feinfühligkeit, mit der Thompson die Gefühle seiner Protagonisten darzustellen weiß, sehr beeindruckt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.09.2011

Geradezu hymnisch lobt Rezensent Christian Schlüter diese Graphic Novel des amerikanischen Zeichners Craig Thompson, die dem Comic eine "neue Dimension" erschließt. Das 672 Seiten umfassende Werk "Habibi" erzählt für ihn in einer erstaunlichen Fülle von Geschichten und Handlungssträngen von der Macht der Liebe, von der christlichen und islamischen Tradition, von Mittelalter und Moderne. Im Blick auf Komplexität und Konsequenz, Komposition und thematische Bandbreite der Erzählung, die Rückblenden, Träume, Märchen, philosophische und religiöse Abhandlungen vereint, gibt es nach Ansicht Schlüter nichts Vergleichbares. Die Ästhetik der Bildschöpfungen empfindet er als "überwältigend", etwa wenn Thompson die Schönheit von abstrakten Schriftzeichen und Ordnungstafeln offenbart, indem er sie ins Sinnliche, Gegenständliche überführt. So liest er das Werk auch als eine Synthese verschiedener (Glaubens-)Systeme in ihrem ästhetischen Sinn. Schlüters begeistertes Fazit: "das Schönste, was die letzten Jahre im Comic zu entdecken war".
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