'Wie gehen Paare mit Umbrüchen in der männlichen Identität und mit prekärer Beschäftigung um?' Seit den siebziger Jahren haben sich weitreichende Veränderungen in den Geschlechterverhältnissen vollzogen: Frauen sind heute autonomer, besser ausgebildet, häufiger erwerbstätig und sie erobern immer mehr Führungspositionen. Umgekehrt möchten viele Männer engagierte Väter sein, und es wird für sie wichtiger, 'weiche' Seiten unter Beweis zu stellen - im Beruf und im Privatleben. Aus diesen Fortschritten ergeben sich neue Konflikte, schließlich passen Realität und tradierte Rollenbilder in vielen Familien nicht mehr zusammen: Macht er die Hausarbeit, wenn sie die Miete zahlt? In ihrer groß angelegten Studie untersuchen die Autorinnen, wie Paare aus unterschiedlichen sozialen Milieus damit umgehen, wenn der Mann kein Ernährer mehr ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2015
Die beiden Autorinnen untersuchen in ihrer Studie anhand von Gesprächen neue männliche Rollenbilder, so Rezensentin Mona Jaeger, und was geschieht, wenn in einer Partnerschaft der Frau wegen ihres höheren Einkommens die Rolle der Ernährerin zufällt. Koppetsch und Speck vermeiden einen anklagenden Tonfall, lobt Jaeger, die bei anderen Untersuchungen zum Geschlechterverhältnis offenbar schlechte Erfahrungen gemacht hat. Zentral erscheinen der Kritikerin zwei Punkte der Studie: dass sich auch gut ausgebildete Frauen einen finanziell starken Mann wünschen und dass einige Frauen ihr höheres Einkommen als Druckmittel gegen die Männer einsetzen. Überrascht zeigt sich Jaeger schließlich davon, dass offenbar ausgerechnet das wertkonservative Milieu die neue Situation am besten meistert, wie die Untersuchung belegen würde.
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