Colette

Chéri

Roman
Cover: Chéri
Manesse Verlag, Zürich 2025
ISBN 9783717525752
Gebunden, 264 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Renate Haen und Patricia Klobusiczky und mit einem Nachwort von Dana Grigorcea. Macht Liebe selig? Lässt sie uns über uns hinauswachsen? Schenkt sie uns ewige Jugend? - Diese und andere zeitlos aktuelle Fragen verhandelt dieser vibrierende Roman über die Höhen und Tiefen einer Beziehung, die gegen alle gesellschaftlichen Konventionen verstößt und gerade deshalb etwas Erhabenes gewinnt. Chéri, der titelgebende Held, ist mit seinen vierundzwanzig Jahren ein Bild von einem Mann, unwiderstehlich in seiner Ungezwungenheit und Eleganz, vor allem aber in seinem ausgeprägten Hang zum Pariser Wohlleben. Als Filou, der sich gerne aushalten lässt, ist er für Léa, die weitaus ältere, selbstbewusste und genussfreudige moderne Frau, das perfekte Objekt der Begierde. Hingerissen wie ein junges Mädchen, kann sie der Versuchung einfach nicht widerstehen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.06.2025

Rezensent Rainer Moritz wünscht der in Frankreich bereits hoch geehrten Colette auch im deutschsprachigen Raum noch mehr Anerkennung. Dabei helfen könnten eine Reihe von deutschen Neuübersetzungen, allen voran die ihres berühmtesten Romans "Chéri", der nach seinem Erscheinen 1920 für Empörung sorgte: Denn es geht um die Endvierzigerin Léa, die eine Liebesbeziehung zum viel jüngeren Fred führt, auf den sich der Titel bezieht - bis dieser schließlich eine 18-Jährige heiratet, was Léa allerdings nicht besonders stört und auch nicht das Ende der sexuellen Beziehung der beiden bedeutet. Für den Kritiker bemisst sich die Qualität des Romans vor allem daran, wie scharf Colette das Gesellschaftstheater der Frauen, vor allem in Form höflich-giftiger Dialoge, zu  "sezieren" vermöge. Auch das Äußere komme dabei nicht ungeschoren davon: So ist die Bezeichnung etwa von Freds Mutter als "Fässchen" nur eine von vielen "Boshaftigkeiten und Aperçus", vor denen Colettes Schreiben nur so strotze. Für den Kritiker eine unbedingt notwendige Wiederentdeckung dieser Schriftstellergröße.

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