Aus dem Französischen von Raoul Schrott. Mathe? Kapier ich nicht. Generationen von Schülern sind an diesem (zu Unrecht) ungeliebten Fach gescheitert. Doch das hätte nicht sein müssen: Clemence Gandillot ist es gelungen, Rechenvorgänge als das darzustellen, was sie sind - nichts anderes als die Interaktion zwischen Mann und Frau in der Liebe: Zwei Menschen werden addiert und ergeben eine Zelle, die sich erst teilt und anschließend multipliziert. Das Ergebnis? Ein kleines Ganzes! Gandillot lässt charmante Strichmännchen mit viel Humor die Geheimnisse der Mathematik enträtseln und vermittelt so ein tiefes, auf das Leben übertragbares Verständnis für die faszinierende Disziplin Mathematik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.09.2010
Das hättet ihr doch gleich sagen können, stöhnt Titus Arnu. Dass Mathe eine Leidenschaft ist, die unmittelbar dem Leben selbst entspringt und nicht irgendwelchen sadistischen Fantasien. Mathematik, so präsentiert, wie das der Grafiker Clemence Gandillot macht, leuchtet dem Rezensenten ein. Da wird die Geburt zur Subtraktion von der Mutter und Vektoren agieren in einer Liebesgeschichte. Das hat Charme, findet Arnu, der auch den philosophischen Aspekt an den kleinen von launigen, ganz und gar nicht lehrbuchartigen Bemerkungen (übersetzt von Raoul Schrott) begleiteten Strichmännchen-Geschichten schätzt.
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