Selbstbefragung. Ich horche in mich rein. / In mir muss doch was sein. / Ich hör nur "Gacks" und "Gicks". / In mir da ist wohl nix. (Robert Gernhardt). Deutsche Dichter sind, ihrem Ruf zum Trotz, keine Analphabeten der Komik; sie verstehen (ihren) Spaß. Da finden sich dann nicht nur Altbekannte wie Wilhelm Busch, Ringelnatz, Jandl und Robert Gernhardt, sondern auch Erich Fried oder Bertolt Brecht (ja, doch). Und alle beherrschen sie die hohe Kunst der Komik, hinter der sich mehr als pure Blödelei verbirgt. Herausgeber Christian Maintz hat diese Komik ernst genommen und sich den Spaß gemacht, die geistreichsten, ulkigsten und brillantesten deutschen Nonsens-Dichter des 20. Jahrhunderts in einem Band zu versammeln und so dem deutschen Michel die Zipfelmütze vom Kopf zu ziehen und sie gegen eine Narrenkappe auszutauschen.
Robert Gernhardt pickt sich in seiner Rezension in erster Linie einzelne Gedichte dieses Bandes heraus, die er bewertet und kommentiert. Zur Edition selbst hingegen sagt er nur wenig - vermutlich weil er selbst in diesem Band mit eigenen Versen vertreten ist. Aber immerhin lobt er den Herausgeber Christian Maintz als "verdienstvollen Sammler", auch wenn Gernhardt bei der Bewertung der einzelnen Gedichte nicht immer einer Meinung mit ihm ist. So findet er Celan hier - anders als Maintz -keineswegs 'reimfidel', sondern weist auf dessen Anknüpfung an die "formstrenge Tradition des komischen Gedichts" hin, dessen Wurzeln er bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen sieht. Überhaupt scheinen die Traditionen des komischen Gedichts, die er hier immer wieder aufscheinen sieht, dem Rezensenten sehr wichtig. Immer wieder macht er auf Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede zu frühen Gedichten dieser Gattung aufmerksam, nicht zuletzt, indem er auf das 'Bänkelbuch' eingeht, an dem einige der hier vertretenen Dichter schon beteiligt waren.
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