Claudia Koppert

Allmendpfad

Roman
Cover: Allmendpfad
Antje Kunstmann Verlag, Hamburg 2003
ISBN 9783888973215
Gebunden, 197 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Am Allmendpfad liegen die Äcker, die die Eltern für Luzie gekauft haben, und plötzlich zieht es sie mit Macht zurück... Kann man auf dem Land, kann man vom Land heute noch leben? Kann man davon erzählen? In einem Roman, der sich über drei Generationen erstreckt, erzählt Claudia Koppert bildhaft und zugleich sehr realistisch von einer Welt, die wir zu sehen verlernt haben, und dem Versuch, sie sich auf neue Art zurückzuholen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.09.2003

Zurück zu den Wurzeln des guten Lebens ist die Botschaft von Claudia Kopperts Buch, und das scheint Susanne Messmer erheblich zu nerven, ebenso wie die morgens bis abends in Vesperbrot und Schuppenromantik schwelgenden, plattdeutsch redenden Menschen. Bei all dem "Postkartenkitsch" schmeißt die Protagonistin auch folgerichtig am Ende ihr angepasstes Leben in der Stadt hin und macht eine ökologische Gärtnerei auf dem Land auf. Da hat sie dann ihre "verlorene Idylle" wieder, in die nur ab und zu noch die Wirklichkeit in Form von Joggern an ihr vorbeihuscht. Hier erkennt die indignierte Messmer eindeutig die "manierierten Sehnsüchte einer Verkäuferin im Reformhaus".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.08.2003

Vera Görgen verteilt einiges an Lob für diesen Roman, ist aber nicht gänzlich zufrieden. Mit viel Gespür für das Leben auf dem Lande habe Claudia Koppert einen "Brachacker" literarischen Schaffens bestellt und "Bilderbuchkohl, Handelsklasse I" darauf gepflanzt. Voller Respekt erforsche die Autorin die Gefühlswelt ihrer Heldin. Als wohltuend empfindet die Rezensentin außerdem den "lakonischen, unaufgeregten" Ton des Buches, der es fernhält von Heimatidylle und Postkartenkitsch. Allerdings fordere die "dichte Atmosphäre" auch Opfer, meint Görgen. Denn um der Geschlossenheit ihrer literarischen Welt Willen erlaube Koppert ihren Personen keinen Blick über ihren Horizont heraus, kritisiert Görgen. Koppert habe ihren Schauplatz "mit einem Zaun umgeben, der die Außenwelt auf Distanz hält".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.04.2003

Eberhard Rathgeb kann dem Roman über die Hauptfigur Luzie, die mit zwei Freunden einen ökologischen Gemüseanbau beginnt, nicht viel abgewinnen. Er vermutet unter der zukünftigen Leserschaft in Reformhäusern einkaufende Städter, die sich nach ländlicher Idylle sehnen, doch die tatsächliche Landbevölkerung, meint Rathgeb, wird dieses Buch "wohl nicht lesen". Er macht sich ein bisschen über die "ökologische Schreibweise" der Autorin lustig, die einen kurzen, knappen Stil pflegt, um ihre "kargen Ansichten" in Worte zu fassen. Dem Rezensenten ist dieses Buch in seiner ländlichen Beschaulichkeit "rasch zu eng" geworden.
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