Die Vielfalt, auf die die Schweiz so stolz ist, droht zum Problem zu werden. Die Beziehungen zwischen der deutschen und der französischen Schweiz geben Anlass zur Besorgnis. Zahlreiche Abstimmungen zeigen, dass der "Röstigraben" mehr ist als ein Schlagwort. Wo liegen die Wurzeln des Konflikts? Christophe Büchi schildert die Entstehung des mehrsprachigen Gemeinwesens seit 1291 und zeigt, dass der Graben erst im 19. Jahrhundert entstand. Vorschläge zu seiner Überwindung ergänzen die Darstellung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.04.2000
Der Rezensent mit den Kürzel "rfr" weiß an diesem Buch zu schätzen, das der Autor die Geschichte "des Verhältnisses der Deutschschweiz und dem Welschland" bzw. der Schweizer Geschichte sehr anschaulich und gut lesbar vermittelt. Darüber habe Büchi - auf begrenztem Raum - viel Informatives untergebracht und auch den Forschungsarbeiten der jüngsten Zeit Rechnung getragen. Allerdings vermisst der Rezensent ein genaueres Eingehen auf die Zusammenhänge, aus denen sich das Welschland "einst eine eigenen Zentralität verschaffte, in das neue politische Gefüge eingegliedert hat". Zwar werde hier deutlich, wie spät und auch zögernd sich das Welschland "in ein anfänglich deutschsprachiges Staatsgebilde integriert" hat. Dies findet der Rezensent jedoch nicht detailliert genug. Darüber hinaus hat der Autor sich seiner Meinung nach zu sehr auf die (Bundes-) Politik konzentriert. Die Sprachproblematik sei dabei bedauerlicherweise ein wenig zu kurz gekommen.
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