Christoph Weber (Hg.)

Zwischen Hitler und Pius XII.

Heinrich Brüning und seine niederländischen Freunde Mgr. Henri Poels, Rector Piet Mommersteeg und Dr. A. J. M. Cornelissen. Briefe und Dokumente (1936-1958)
Cover: Zwischen Hitler und Pius XII.
Dr. Kovac Verlag, Hamburg 2007
ISBN 9783830031833
Gebunden, 313 Seiten, 78,00 EUR

Klappentext

Als der Ex-Reichskanzler Heinrich Brüning kurz vor dem so genannten Röhm-Putsch 1934 in die Niederlande floh, traf er dort auf zwei katholische Priester und einen Bibliothekar, die ihn aufnahmen, verpflegten, betreuten und vor den Nachstellungen der Gestapo schützten. Bis 1939 hatte Brüning in Limburg und in Nord-Brabant sein sicherstes Quartier und fand Gelegenheit, seine Erfahrungen mit dem Kardinalstaatssekretär Pacelli, dem nachmaligen Pius XII., nochmals zu durchdenken und niederzulegen. Als er 1939 in die USA ging, traf er einen der beiden Geistlichen, Rector Piet Mommersteeg, wieder. Eine lange, nicht immer spannungsfreie Freundschaft verband den zweifellos national gesinnten deutschen Patrioten mit den westlich geprägten niederländischen Katholiken.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2008

Aufschlussreich scheint Rudolf Morsey dieser Band mit Briefen Heinrich Brünings, den Christoph Weber herausgegeben hat. Deutlich wird für ihn, wie die Adressaten der Briefe, die Niederländer  Henri Poels, Piet Mommersteeg und J.M. Cornelissen, den ehemaligen Reichskanzler der Weimarer Republik nach dessen Flucht in die Niederlande 1934 unterstützt haben. Neben Einsichten für die Emigrationsforschung bietet der Band in Morseys Augen auch die Möglichkeit, den sozialen Katholizismus diesseits und jenseits der Grenze zu vergleichen. Erhellend scheint ihm die Einleitung Webers, die zwar voller Fehler sei, diese Zusammenhänge aber gut herausarbeitet. Im Mittelpunkt des Bands sieht er zwei lange Briefe an Cornelissen und an Poels, die die großen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Zentrumspolitiker Brüning und dem Nuntius in Berlin und späteren Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli belegen. Insgesamt findet Morsey in dem Band keine großen Neuigkeiten für die Forschung, sondern "punktuelle, aber atmosphärisch wichtige Ergänzungen".
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