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Christoph Ulf (Hg.)

Der neue Streit um Troia

Eine Bilanz
Cover: Der neue Streit um Troia
C. H. Beck Verlag, München 2003
ISBN 9783406509988
Gebunden, 381 Seiten, 78,00 EUR

Klappentext

Der neue Troianische Krieg - Bilanz einer Debatte Im Gefolge der Troia-Ausstellung, die in Stuttgart, Bonn und Braunschweig zu sehen war, erhob sich eine lebhafte Debatte. Sie kreiste um Fragen, welche die Troia-Grabung, ihre Ergebnisse und Interpretationsmöglichkeiten sowie die Bedeutung Homers in diesem Zusammenhang betrafen. Im vorliegenden Band bilanziert eine Gruppe internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den aktuellen Stand der Debatte, fasst Positionen zusammen und bietet Altertumswissenschaftlern, aber auch interessierten Vertretern der Nachbardisziplinen einen raschen Überblick über Gemeinsamkeiten, Differenzen und Perspektiven in der Troiaforschung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.02.2004

Christoph Ulfs Sammelband "Der neue Streit um Troia", der eine Bilanz des akademischen Streits um dem Mythos Troia und die Historizität von Homers "Ilias" ziehen will, ist der FAZ gleich zwei ellenlange Besprechungen wert. Die Rezensenten Joachim Latacz und Wolf-Dietrich Niemeier nehmen dabei den eher kritischen Part ein. Sie halten Ulf vor, nur die eine Seite der Waagschale, wonach der Mythos um Troia reines Produkt dichterischer Phantasie ist (von ihnen Partei B genannt), zu präsentieren. Der Vorwurf Ulfs, die Vertreter der anderen Waagschale (darunter Manfred Korfmann und eben Joachim Latacz) hätten die Mitarbeit an diesem Buch abgelehnt, stellt sich aus der Sicht der Rezensenten zudem etwas anders dar. Als Vertreter der These, dass Homers Überlieferung vom Krieg um Troia letztlich auf historischen Ereignissen basiert (Partei A), weisen die Rezensenten den von manchen Beiträgen des Bandes erweckten Eindruck der Naivität ihrer These zurück und suchen in teils kleinteiliger Argumentation die These der Gegenseite zu erschüttern. So heben sie etwa hervor, dass Neufunde beziehungsweise neuere Entzifferungen hethitischer und luwischer Inschriften sowie neue Grabungen Troia in einen geografischen und historischen Kontext gestellt haben, der von der Partei B leider weitgehend ignoriert werde. Doch ganz verdammen wollen die Rezensenten den Band nicht: "Glücklicherweise" bietet er nämlich auch einige "konstruktive Beiträge" wie die des Freiburger Althistorikers Hans-Joachim Gehrke, des in Amerika lehrenden Schweizer Althistorikers Kurt Raaflaub, des Innsbrucker Sprachwissenschaftlers Ivo Hajnal und des Berliner Indogermanisten Michael Meier-Brügger.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.02.2004

Christoph Ulfs Sammelband "Der neue Streit um Troia", der eine Bilanz des akademischen Streits um dem Mythos Troia und die Historizität von Homers "Ilias" ziehen will, ist der FAZ gleich zwei ellenlange Besprechungen wert. Durchweg positiv beurteilt den Band Rezensent Hartwin Brandt, ein Kritiker der These, dass Homers Überlieferung vom Krieg um Troia letztlich auf historischen Ereignissen basiert. Wohltuend findet er, dass in diversem Beiträgen skeptisch auf die höchst ungesicherte Befundlage hinweisen wird, während die Vertreter der Historizität von Homers "Ilias", wie Joachim Latacz, Manfred Korfmann und andere, zu "fataler Eindeutigkeit" neigten. Im weiteren führt Brandt ein ganze Reihe von Beiträgen des Bandes gegen Latacz und Korfmann ins Feld. So zeige etwa Ullrich Sinn, zu welchen Irrtümern voreilige Harmonisierungen von literarischen Quellen und archäologischen Indizien führen können; Dieter Hertel analysiere die Grabungsbefunde in Troia und komme zu dem Schluss, dass es keine klare Indizien für Belagerung und Eroberung Troias gebe; Birgitta Eder analysiere den berühmten homerischen Schiffskatalog (Ilias 2, 484 bis 759) und komme zu dem Ergebnis, dass das homerische Epos nicht als historische Quelle für Zustände und Ereignisse aus jener Epoche geeignet sei. Insgesamt sieht Brandt in dem Band eine Diskussion dokumentiert, "an der sich künftig auch diejenigen beteiligen sollten, die ihren Platz hier nicht gefunden haben".
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Christoph Ulf lehrt als Professor Alte Geschichte an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. mehr lesen
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