Jonas Grethlein

Die Odyssee

Homer und die Kunst des Erzählens
Cover: Die Odyssee
C.H. Beck Verlag, München 2017
ISBN 9783406708176
Gebunden, 329 Seiten, 26,95 EUR

Klappentext

Die Odyssee zählt zum überzeitlichen Schatz der Weltliteratur. Bis heute begeistern uns die Abenteuer des ebenso tapferen wie listenreichen Odysseus, der sich allen Widrigkeiten zum Trotz die Rückkehr in die Heimat erkämpft. Doch worin liegt der Zauber dieses uralten Werkes, der auch nach 2800 Jahren noch anhält, und worin die Meisterschaft des Dichters, die wir bis heute bewundern? Es ist die vollendete Erzählkunst Homers, der es in unvergleichlicher Weise versteht, die Lust des Lesers stets wachzuhalten. Er weckt in uns das brennende Verlangen, die Auflösung der vielfältigen dramatischen Ereignisse zu erfahren, in die sein Held verstrickt wird. Und so folgen wir Odysseus atemlos durch zahllose Prüfungen, teilen seine Verzweiflung und fürchten um ihn angesichts der Winkelzüge.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2017

Jonas Grethlein hat es auf die Laien abgesehen, erkennt Rezensent Hans-Albrecht Koch. Mit seinem lockeren Erzählton will er vor allem die Unkundigen an diese immer noch einflussreiche und immer noch packende Geschichte heranführen und vom "Identifikationspotenzial" des griechischen Helden überzeugen. Geschickt steigt er ein mit einigen Hinweisen auf "Odyssee-Reflexe" in modernen Kunstwerken, führt dann durch die einzelnen Stationen und endet mit der Darlegung einiger Fragen der Auslegung, lesen wir. Nicht ganz so geschickt verberge er bei alldem leider sein übergroßes Selbstbewusstsein als Interpret des altgriechischen Autors: allzu deutlich wole er seine Gelehrtheit unter Beweis stellen, Meilensteine der Rezeptionsgeschichte blieben unerwähnt, genauso wie einflussreiche Forschungstitel, dafür werde der Leser auf ganze 16 Arbeiten Grethleins gestoßen, so der befremdete Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.2017

Simon Strauss hat Jonas Grethleins poststrukturalistische Lektüre von Homers "Odyssee" nicht ohne Mühe, aber mit viel Gewinn gelesen. Der Heidelberger Gräzist untersucht die verschiedenen Formen und Funktionen, die das Erzählen im Text einnimmt, erklärt der Kritiker. Grethleins anhand der zentralen Handlungsblöcke erarbeitete These, Odysseus' Identität werde in Homers Text erzählerisch bestimmt, findet der Rezensent dicht und schlüssig. Auch weitere Aspekte kann ihm der Autor überzeugend darlegen: So liest er hier etwa, dass im Polyphem-Abenteuer die kolonialen Erfahrungen frühgriechischer Siedler gespiegelt würden. Gewisse Vorkenntnisse sollte der Leser allerdings mitbringen, rät der Kritiker, der sich ein paar Verständnishilfen gewünscht hätte, die über die im Text angestellten Vergleiche mit modernen Erzählern hinausgehen.
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