Christoph Schwandt

Carl Maria von Weber in seiner Zeit

Eine Biografie
Cover: Carl Maria von Weber in seiner Zeit
Schott Musik International, Mainz 2014
ISBN 9783795708207
Gebunden, 608 Seiten, 35,00 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Jürgen Flimm. Er komponierte den "Freischütz", der vielen als deutsche Nationaloper gilt. Webers "Oberon" war wiederum für lange Jahre die erfolgreichste englische Oper. Sein Männerchor "Lützows wilde Jagd" machte ihn zum musikalischen Symbol eines antifranzösischen Nationalismus, dabei schrieb der Komponist, der zuvor napoleontreuen deutschen Höfen diente, erst viel später als andere "patriotische" Lieder. Er war auch einer der wichtigsten Operndirigenten und Musiktheater-Manager seiner Zeit, ein virtuoser Pianist - und er schrieb über sein Metier auch heute noch lesenswerte Texte. Das späte 19. Jahrhundert schuf sich ein Bild von ihm, das viele Generationen beeinflusste. Es war aber vor allem eine Projektion des kulturellen Klimas im 1871 gegründeten Deutschen Reich. Dieses Buch stellt Carl Maria von Weber in seiner eigenen Zeit vor und berücksichtigt dabei Forschungsergebnisse, die bisher noch nicht in biografischem Kontext vorgestellt wurden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2015

Einerseits freut sich Laurenz Lütteken, dass Christoph Schwandts Biografie "Carl Maria von Weber in seiner Zeit" eine klaffende Lücke ganz ohne den üblichen Anreiz eines Jubiläums zu schließen versucht. Die strikt chronologische und erzählende Form würde ihm der Rezensent deshalb nicht zum Vorwurf machen. Andererseits kommen trotz anstrengender Ausführlichkeit bei allerlei Nebensächlichem einige zentrale Punkte zu kurz, bedauert Lütteken. Die im Titel versprochene Einordnung in den historischen Kontext erschöpft sich in einer Häufung von Namen, die dem Uneingeweihten wenig helfen dürften, sowie in unangeschlossenen Exkursen, kritisiert der Rezensent. Außerdem ist von Webers Kompositionen kaum die Rede, wundert sich Lütteken.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.01.2015

Hans-Klaus Jungheinrich ist mit Christoph Schwandts Maßstäbe setzen wollender Biografie über Carl Maria von Weber weitgehend zufrieden. Auch wenn der Privatmann, der Unternehmer und Reisende plastischer wird als der Komponist, die Erfahrungen des Autors als Biograf schlagen sich laut Rezensent dennoch angenehm nieder. Etwa, indem Schwandt mit dem Mythos des Opernmusikerzvaters Weber aufräumt, oder wenn er punktgenaue Analysen zu Webers Werken liefert. Mitunter allerdings scheint der Rezensent sich beim Lesen etwas mehr und schärfere Arbeit am Charakter von Webers Musik zu wünschen. Weniger die Tagebücher (die der Autor akribisch abarbeitet) als die Musik selbst, namentlich die Noten, sollten, so Jungheinrich, im Vordergrund stehen.