Herausgegeben vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg. Mit dem Jugendprotest entstand in Westdeutschland in den "magischen Jahren" von 1967 bis 1973 eine neue Underground-Musik, die eine radikale Abkehr von der biederen Nachkriegsunterhaltung markierte. Ob in Rock, Jazz, deutschsprachigem Folk oder avantgardistischer Popelektronik - überall bastelten visionäre Musiker an neuartigen Klängen, die die Impulse der anglo-amerikanischen Szene mit europäischen Einflüssen zu eigenständigen Stilformen verbanden. Ihre Sounds hallten im subkulturellen "Echoraum" aus Bandkommunen, Drogen, den ersten internationalen Rockfestivals sowie lokalen Konzertinitiativen und Jugendclubs - selbst in der tiefsten Provinz -wider und befeuerten so den gesellschaftlichen Umbruch. Über 100 rare Schwarz-Weiß-Fotos illustrieren diese Musikgeschichte dieser "magischen Jahre".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.07.2013
Der Musikjournalist Christoph Wagner beschreibt in seinem Buch "Der Klang der Revolte", als objektiver Beobachter und "verspäteter Beteiligter" zugleich, die Entwicklung der deutschen Musikszene in den späten Sechziger- und frühen Siebzigerjahren, von den Beatles über Krautrock und Liedermacher bis zu den Avantgardisten und Dilettanten, die mit der modernen Studiotechnik und Synthesizer auf den Plan traten, berichtet Stefan Hentz. Besonders spannend findet der Rezensent die gleichzeitige Entwicklung von konkreten Genreregeln und Bewegungen wie dem deutschen Free Jazz, die sie immer wieder aufs neue zertrümmerten. Wagner verhandelt auch das "Für und Wider des politisch engagierten Lieds", und Hentz erinnert sich nicht ohne Nostalgie an jene Zeit, als Musik noch eine "Form von utopischem Denken" war.
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