Die "Reichsbürgerbewegung" galt lange als bloße Kuriosität. Seit dem Polizistenmord von Georgensgmünd ist jedoch einer breiteren Öffentlichkeit bewusst geworden, dass die "Reichsbürger" Staat und Gesellschaft in grundlegender Weise herausfordern. Dieses Buch vereint die praktische Erfahrung der Verfassungsschutzbehörden mit rechtswissenschaftlichen, historischen, psychologischen und soziologischen Überlegungen. Die Reichsbürgerbewegung zeigt sich hier als heterogene Szene, die sich mit dem Bezug auf das Deutsche Reich eine alternative Realität konstruiert und die Rechtsordnung der Bundesrepublik delegitimiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2020
Rezensentin Marlene Grunert findet den von Christoph und Sophie Schönberger herausgegebenen Band erhellend und wichtig, da die Bewegung der Reichsbürger bisher kaum untersucht ist, wie sie glaubt. Über die Gefährlichkeit der "Staatsverweigerer" klären die Beiträge Grunert ebenso auf wie über ihre Rechtsauffassung, deren Zwecke sowie über den Zusammenhang von deutscher Teilung und den Anfängen der Bewegung. Allein der Text über die Gründungsfigur Wolfgang Ebel, der sich selbst zum "Reichskanzler" ernannte, ist die Lektüre wert, meint Grunert.
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