Christoph Martin Wieland

Christoph Martin Wieland: Werke

Band 15.1: März 1780 - Januar 1781
Cover: Christoph Martin Wieland: Werke
Walter de Gruyter Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783110300642
Gebunden, 581 Seiten, 249,00 EUR

Klappentext

Bearbeitet von Hans-Peter Nowitzki und Heinz-Günther Nesselrath. Keine der Dichtungen Wielands wurde von den Zeitgenossen so enthusiastisch gefeiert wie seine Stanzendichtung "Oberon. Ein Gedicht in vierzehn Gesängen". Einstimmig erhoben Schiller und Goethe sie in den Rang eines klassischen Werkes. Das vielübersetzte, oft dramatisierte und vertonte Epos schaffte es im 19. Jahrhundert in den Kanon der Schullektüre und war Generationen Anlass, sich mit Wielands Dichtungen bekannt zu machen. Sein Autor hat dem komischen, an die Ritterepen Ariosts und Tassos anknüpfenden Versepos zeitlebens besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Noch bevor er es 1780 erstmals publizierte, hatte er es siebenmal abgeschrieben, geändert und verbessert. Auch den folgenden Auflagen ließ er stets Revisionen vorausgehen, die er in Variantenverzeichnissen dokumentierte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.01.2013

Rezensent Tilman Spreckelsen begrüßt die Entscheidung der Herausgeber Klaus Manger und Jan Philipp Reemtsma, die heute fast unbekannten Werke Christoph Maria Wielands in einer historisch-kritischen Ausgabe zu publizieren. Einverstanden ist der Kritiker auch mit der chronologischen Ordnung der Werke durch die Herausgeber. Schwierig, so Spreckelsen, werde dieses Verfahren allerdings bei dem nun erschienenen Band 15.1, der das von Wieland mehrfach überarbeitete Versepos "Oberon" enthalte. Und so begnügt sich der Kritiker bis zum Erscheinen des Apparatbandes, der Wielands Prozess des Umschreibens abbilden werde, mit dieser Erstfassung des "Oberons", die er allerdings als "beglückende Begegnung" würdigt. Amüsiert liest er diesen bereits in meisterhaft unregelmäßigem Metrum geschriebenen Ritterroman, der die Geschichte des jungen Ritter Hüon erzählt, dem es mit Hilfe des Naturgeistes Oberon gelingt, die Strafe des Kaisers, dem Sultan vier Backenzähne zu entwenden und dessen Tochter zu ehelichen, zu erfüllen. Spreckelsen spürt während der Lektüre nicht nur Wielands "Lust am erzählten Abenteuer", sondern lobt auch seine hinreißende Beschreibung der sinnlichen Momente zwischen den Liebenden.