Klappentext

24 CDs mit Begleitbuch, ca. 1750 Minuten. Gelesen von Jan Philipp Reemtsma. Der Schmuckschuber enthält ein Begleitbuch mit aufwändigen Landkarten der Reisen Aristipps sowie zwei Aufsätzen von Jan Philipp Reemtsma. Wieland komponiert in diesem Briefroman das vielstimmige Gespräch, das "Aristipp und einige seiner Zeitgenossen" im antiken Griechenland miteinander über die Liebe und die Künste, über politische und philosophische Fragen führen, zu einem einzigartigen Kunstwerk - und lässt darin deutlich werden, was Aufklärung sei. In einer ungekürzten Lesung nimmt Reemtsma seine Zuhörer mit auf eine fast 30-stündige Reise nach Kyrene, Syrakus, Athen, Korinth und Kleinasien. Beschreibend und reflektierend folgt er Aristipp, der schönen Lais und den anderen Zeitgenossen zu deren philosophischen, erotischen und intellektuellen Abenteuern...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.11.2008

Als eines der schönsten Hörbücher überhaupt betrachtet nach ausgiebigem Hören der 24 Cds dieser Edition Rezensent Rolf Vollmann die Einlesung von Christoph M. Wielands letztem großen Roman durch Jan Philipp Reemtsma. Daran ist nicht allein Reemtmas unaufgeregter, fast konversationshafter Ton schuld, sondern auch dessen große Kennerschaft sowohl in Sachen Wieland als auch Aristipp, jenem antiken Bildungsreisenden, der Held dieses Romans ist. Denn Reemtsmas Lesung erschließt dem hingerissen lauschenden Rezensenten einen ganzen Reisekosmos und antike Lebenswelten, weshalb er zur Illusionssteigerung empfiehlt, sich den Roman beim Training auf einem Ergometer zu Gemüte zu führen. Denn nie ist eine Reise für Vollmann wunderschöner und unermüdender gewesen, als diese.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2007

Rezensent Wolfgang Schneider zeigt sich in seiner Besprechung nicht nur begeistert über Wielands Briefroman selbst, sondern ist auch ehrlich angetan von der Einlesung durch Jan Philipp Reemtsma. Zum einen ist Wieland für Schneider (und man vermutet: auch Reemtsma) Kronzeuge einer anderen Rezeption der griechischen Klassiker als Goethe und Schiller, zum anderen empfindet er die weibliche Hauptfigur Lais als so souveräne und selbstbewusste Frau, dass sie eigentlich zu "den Kronzeuginnen des Feminismus gehören" sollte. Sowohl das Philosophieren als auch der "menschlich-allzumenschliche Unterbau" der Philosophen kommen bei Wieland auf ihre Kosten, findet Schneider. Reemtsma wird gelobt für seine Verdienste um Wieland, dessen Werke er herausgegeben habe und um dessen Gut (bei Weimar) er sich verdient gemacht habe. Durch den Briefstil, der wenig Stimmvariation fordere, sei Reemtsma zudem ein guter Vorleser des "Aristipp", und manchmal sei durch "ein ganz leichtes Vibrato" seiner Stimme eine "Romanze zwischen Buch und Vorleser" spürbar.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2007

Jan Philipp Reemtsmas Lesung von Christoph M. Wielands Briefroman "Aristipp und einige seiner Zeitgenossen" auf 24 CDs scheint Rezensent Wilhelm Trapp nicht gerade Easy Listening. Aber er hat sich auf das Abenteuer eingelassen und wurde nicht enttäuscht. Schon weil Wieland in seinem Alterswerk über den griechischen Philosophen Aristipp, der sich mit einen seiner Zeitgenossen brieflich über philosophische Fragen, die Liebe, Demokratie, Sport oder Satire austauscht, allerlei Kluges über diese Themen zu berichten weiß. Auch die gelassene Art von Aristipps Suche nach pragmatischer Wahrheit hat Trapp gefallen und nicht zuletzt die hinreißende Lais, die Geistesschwester des Philosophen, für ihn eine der "erstaunlichsten Frauengestalten" der deutschen Literatur. Bewunderung hegt er zudem für die stilistische Reife Wielands, welche sich in einer "ungekünstelten Sprache" niederschlägt, die Reemtsma wunderbar "natürlich" über die Lippen geht. Überhaupt hat ihn der Vortrag des Wieland-Kenners überzeugt, weil er dem Roman rundum gerecht wird.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de