Christoph Höhtker

Das Jahr der Frauen

Cover: Das Jahr der Frauen
Weissbooks, Frankfurt am Main 2017
ISBN 9783863371180
Gebunden, 256 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Was ist zu tun, wenn man von allem endgültig genug hat, der Therapeut aber dennoch Vorsätze für das neue Jahr hören möchte? Frank Stremmer, Anfang vierzig, ausgebrannter deutscher Expat in Diensten einer illustren internationalen Genfer Organisation, rafft sich zu einem letzten Kraftakt auf: Zwölf Frauen in zwölf Monaten! Ohne Geld, ohne Versprechungen, ohne Perspektiven. Was als Witz, als müde Provokation gegenüber seinem Psychologen beginnt, entwickelt sich schon bald zur fixen Idee. Immer verbissener verfolgt der PR-Mann sein "Projekt", immer grotesker werden seine Annäherungsversuche. Denn am Ende, so hat Stremmer es sich vorgenommen, soll nichts Geringeres stehen als: Die Erlösung.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.09.2017

Rezensentin Meike Fessmann kann Christoph Höhtkers drittem Roman um den misanthropen PR-Berater Frank Stremmer nicht viel abgewinnen. Die Geschichte um den inzwischen ziemlich abgehalfterten Stremmer, der mit seinem Therapeuten wettet, jeden Monat eine Frau zu "verbrauchen" und von Höhtker ein Ensemble aus einer Konzeptkünstlerin, einer Mallorca-Kellnerin, einer Judith-Butler-Anhängerin, einer polnischen Masseurin und ein paar Tinder-Matches zur Seite gestellt bekommt, erscheint der Kritikerin nicht nur ziemlich schal und ideenlos, sondern in ihrer angestrengten Kulturkritik auch recht "banal". Auch sprachlich kann der Autor die Rezensentin trotz mühsam eingestreuter englischer und französischer Passagen nicht überzeugen -  und von den Sexszenen möchte Fessmann lieber gar nicht erst anfangen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.08.2017

Romanfiguren müssen nicht sympathisch sein, daran erinnert Rainer Moritz noch einmal angesichts des misogynen, suizidalen Protagonisten in Christoph Höhtkers "Das Jahr der Frauen". Der geht mit seinem Therapeuten die geschmacklose Wette ein, dass er seinem Leben nur dann ein Ende bereiten wird dürfen, wenn er innerhalb eines Jahres zwölf Frauen "verbrauche", fasst der Rezensent zusammen. Angesichts der Thematik und des Vokabulars darf man während der Lektüre weder realistische noch politisch korrekte Erwartungen haben, warnt Moritz. Der zynische Witz und die "schrägen" Einfälle dieser bösen Abrechnung mit Psychotherapeuten und ruhmsüchtigen Philanthropen macht dem Kritiker, der bisweilen an Houellebecq denken muss, aber so viel Spaß, dass er sogar dem äußerst unaufmerksamen Lektorat verzeiht.