Aus dem Schwedischen von Ulla Ackermann. In dem kleinen, abgelegenen Ort Skavböke in der Region Halland wartet Ende der 1990er eine Gruppe Jugendlicher darauf, dass ihr Leben endlich beginnt. Doch eine Nacht verändert alles: Nach einer Party wird einer von ihnen, Mikael, erschlagen aufgefunden. Bei einer anderen Familie im Ort wird eingebrochen und viel Geld gestohlen. Als ein weiterer Junge sein Leben verliert, verlässt dessen bester Freund Sander das Dorf. Zwanzig Jahre später kehrt Sander zurück nach Skavböke, und mit ihm das Dunkle: Mikaels Bruder wird tot aufgefunden. Vidar Jörgensson von der Polizei sucht nach dem Schuldigen, gräbt in der Vergangenheit nach Antworten. Aber in den hellen Sommernächten beginnen sich Grenzen aufzulösen, flirrend wie das Licht verschwimmen das Früher und das Jetzt, die Lebenden und die Toten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 14.08.2024
Christoffer Carlsson ist erneut ein ungewöhnlich nuancierter Kriminalroman gelungen, findet Rezensentin Sylvia Staude. Denn in der neuen Geschichte um Ermittler Vidar Jörgenssen, der einen Mordfall, der sich bereits vor zwanzig Jahren im kleinen Dorf Skavböke ereignete, aufklärt, fehle es zwar an Actionszenen und einer stringenten Handlung - Spannung baue Carlsson aber gerade durch gekonnt inszenierte Undurchsichtigkeit des Milieus und der Figurenmotivationen auf. Feinsinnig zeichne der studierte Kriminologe seine über mehrere Jahre hinweg begleiteten, vielschichtigen Figuren und beweise dabei psychologische Intuition. Den in der Übersetzung von Ulla Ackermann erschienen Krimi kann Staude sehr empfehlen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 13.06.2024
Christoffer Carlsson, eigentlich Kriminologe, schließt seine Halland-Trilogie mit einem weiteren tollen Kriminalroman ab, freut sich Rezensent Tobias Gohlis. Es geht um den Mord an Mikael, einen Jugendlichen, nach einer Partynacht 1999. Verdächtigt wird ein anderer Jugendlicher, Killian. Sander, Killians bester Freund, glaubt nicht an diese Version der Geschichte, aber sicher scheint er sich nicht zu sein, denn er macht sich Jahre später Vorwürfe, Killian im Stich gelasen zu haben, lesen wir. Die Erschütterungen dieses Mordes sind offenbar viele Jahre später noch zu spüren. Die Freundschaft der beiden Jungs steht im Mittelpunkt des Buches, so Gohlis, dazu kommt noch ein Erdrutsch, der die Ängste vor der Jahrtausendwende symbolisiert. Das ist fordernd, aber die Lektüre lohnt sich, wie stets bei Carlsson, sehr, findet der Rezensent.
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