Aus dem Schwedischen übersetzt von Paul Berf. Drei Freunde in ihren Zwanzigern: Thora, Hugo und August. Sie stammen aus verschiedenen Welten. Aber in zwei magischen Sommern erleben sie eine Liebe fürs Leben. Thora, einzige Tochter einer charismatischen Stockholmer Industriellenfamilie. August, angehender Künstler, seit Jahren ihr bester Freund und manchmal auch mehr. Hugo, gleichermaßen fasziniert wie verängstigt von dieser neuen und privilegierten Welt, in die er unvermittelt als Untermieter von Thoras Eltern gestoßen wird. Bald sind die drei unzertrennlich und verbringen jede wache Minute miteinander: in Cafés, auf Radtouren, in Paris, London, Berlin. Unter der Oberfläche lauern starke Gefühle; Themen wie Identität, Klasse und Liebe brechen auf. Das fragile Gleichgewicht zwischen ihnen droht schon bald zu zerbrechen, aber noch ist alles in der Schwebe, noch ist alles möglich.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2024
Rezensentin Nadine A. Brügger kann nach ihrer Sommerlektüre bestätigen, dass Johanna Hedmanns Debütroman - ein Bestseller - den Texten der irischen Autorin Sally Rooney ähnelt. Es handelt sich ihr zufolge um eine klassische Coming of Age-Story: Die drei Protagonist:innen Thora, August und Hugo sind um die zwanzig, leben in Stockholm und verstricken sich in eine komplizierte Dreier-Liebesgeschichte. Besonders interessant ist Brügger zufolge der Klassenaspekt des Textes, denn die drei lernen sich nur kennen, weil der Student Hugo in die Villa von Thoras Eltern einzieht. Dabei bleiben für Brügger wesentliche Fragen ungeklärt bzw. nicht ausreichend ausgearbeitet - etwa warum Thora und Hugo sich verlieben und was die Freundschaft von Thora und August ausmacht. Nicht zuletzt aufgrund von Hedmans Fähigkeit zur bildhaften, szenischen Beschreibung weiß sie das schwedische Debüt aber zu schätzen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2024
Wirklich glücklich wird Rezensent Stephan Opitz nicht mit Johanna Hedmans Buch über drei junge Menschen, die in einer amourösen Dreiecksgeschichte gefangen sind. August, Thora und Hugo heißen sie, erfahren wir, die Handlung spielt in Stockholm, gelegentlich auch in Paris und New York. Soziologisch interessant sind die Schilderungen der unterschiedlichen Milieus, denen die Figuren entstammen, so Opitz, insbesondere, wenn die sozialen Spannungen der Konstellation erzählerisch zugespitzt werden. Weniger anfangen kann er mit den Versuchen, das Gefühlsleben der Hauptfiguren zu erschließen, ein wirklicher Erzählfluss entsteht nicht zwischen den Bettgeschichten der drei, deren Faszination füreinander sich Opitz nicht erschließt. Auch mit Paul Berfs Übersetzung hat der insgesamt wenig überzeugte Rezensent Schwierigkeiten und moniert eine Reihe von Ungenauigkeiten.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…