Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.02.2001
In einer Rezension, die sich vornehmlich an Nietzsche-Kenner richtet, zeigt sich Martin Stingelin geteilter Meinung über diesen Band. Seiner Ansicht nach macht es sich durchaus negativ bemerkbar, dass zwischen Verfassen dieser Dissertation und ihrem Erscheinen zum Nietzsche-Jahr drei Jahre gelegen haben, weshalb wichtige inzwischen veröffentlichte Studien hier keine Berücksichtigung erfahren haben. Stingelin nennt dafür mehrere Beispiele, die er für die Forschung zu Nietzsches Sprachkritik für bedeutsam hält, von deren Ergebnissen der Autor jedoch 1997 noch nicht profitieren konnte. "Überzeugend" findet der Rezensent jedoch, wie Kalb den "Übergang vom Frühwerk zum mittleren und Spätwerk als sprachtheoretische Transformation" darstellt, auch wenn Stingelin dabei den Einfluss Lichtenbergs auf Nietzsches Sprachkritik nicht ausreichend erläutert sieht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.01.2001
Für Michael Mayer liegt die Stärke dieses Bandes vor allem in der "systematischen Verschränkung" zweier Problemkomplexe bei Nietzsche, die in der Literatur sonst meist getrennt voneinander beleuchtet werden: Da ist zum einen Nietzsches Überzeugung, dass geistige Zustände Folge von körperlicher Verfassung sind, zum anderen seine Ansicht, dass die `Grundirrtümer der Vernunft` durch Probleme bei Sprache bzw. Grammatik bedingt sind. Die Texte des Autors beurteilt Mayer als "gründlich gearbeitet" und weist darauf hin, dass die `Desintegration` hier das Leitmotiv darstellt.
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