Lina Meruane

Heimkehr ins Unbekannte

Unterwegs nach Palästina
Cover: Heimkehr ins Unbekannte
Berenberg Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783946334682
Gebunden, 208 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen übersetzt von Susanne Lange. "Im Kopf werfe ich eine Münze: Falls mich eine Einladung nach Europa führt, werde ich die Reise auf eigene Faust gen Osten ausdehnen." Die Einladung kam, und die in New York lebende Chilenin Lina Meruane fuhr erstmals in die Heimat ihrer palästinensischen Großeltern, ins heutige Israel. Der Bericht über ihre Reisen in die eigene Vergangenheit ist ein gedankensprühender Kommentar zu einem zunehmend weltbewegenden Problem: Warum wird es immer komplizierter, die Fragen "Wo kommst du her? Wer bist du?" eindeutig zu beantworten? Ausgerechnet in Israel, so hat es Lina Meruane am eigenen Leib erfahren, haben mehr als anderswo rassische, genetische, physiognomische Zuschreibungen Einzug gehalten in den Alltag der Menschen. Ein Buch darüber, wer man zu sein glaubt, und welche politisch wirksamen Täuschungen damit verbunden sind.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 15.04.2020

Rezensentin Katharina Döbler hat dieses Buch sehr gefallen. Fünf Jahre nach ihrem ersten Besuch in Palästina, die sie in ihrem Buch "Volverse Palestina" beschrieb, ist die in Chile geborene Lina Meruane auf den Spuren ihres palästinensischen Großvaters noch einmal nach Palästina gereist. Ihr Geschichte vom Palästinenser-Werden ist durchsetzt mit Rückblicken, Reisebeschreibungen und immer wieder dem Blick ins eigene Gesicht, so Döbler. Wie palästinensisch sehe ich aus? Wie wirke ich auf andere? Auf Israelis, auf Palästinenser? Das sind ihre Fragen, mit denen sie auch die "Worte des Alltags" auslotet, schreibt Döbler, die das Buch - nicht zuletzt auch dank der "wunderbaren" Übersetzerin Susanne Lange - höchst lesenswert fand.