Christiane Rösinger

Das schöne Leben

Roman
Cover: Das schöne Leben
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783596175956
Kartoniert, 208 Seiten, 8,95 EUR

Klappentext

Sehnsucht nach Schicksal? Die Heldin dieses Romans will nicht länger auf dem heimatlichen Dorfacker in eine Mohrrübe singen ("Downtown")! Also geht sie nach Berlin, wo sich im Kreuzberg der 80er Jahre eine Frauenband zusammenfindet, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Leider will die Welt sie auch nicht sehen, und so entwickelt sich die Sängerin zur Ausgehspezialistin und Vorreiterin aller prekär beschäftigten Bohemiens. "Ist das ein Leben, oder ist es ein Expose?"

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.04.2008

Ein paar Neidgefühle provoziert Christiane Rösinger bei der Rezensentin Nina Apin, die nie die geteilte Frontstadt Berlin, das Künstlerplaradies Kreuzberg und die Falckensteinstraße ohne Touristen kennen gelernt hat. Aber es überwiegen eindeutig die positiven Gefühle gegenüber der Autorin, die als einstige Frontfrau der legendären Lassie Singers zu immerhin Berliner Ruhm gelangt ist. Gern hat Apin gelesen, wie sich Rösingers mäanderndes Leben, das auf einem Spargelacker in der schwäbischen Provinz seinen Anfang nahm, zu einer schlüssigen Berliner Lebensgeschichte fügte. Sehr überzeugend die kleinen Hiebe gegen die Schwaben, die gerade mal ein Jahr vor Rösinger nach Berlin gekommen waren, aber ihr "Berliner-Sein" vor sich her trugen wie ein "Adelsprädikat". Zudem erzähle Rösinger nie larmoyant, höchstens verzweifelt von den schwereren Zeiten ihres Lebens, und nur manchmal scheine eine gewisse Bitterkeit durch (etwa wenn Weggenossen wie Blumfeld durchstarten dürfen und die Lassie Singers ins Frauenzelt abgeschoben werden). Ganz toll findet Apin dann wieder, wie Rösinger ihr Leben in der "Lo-Fi-Boheme" und ihr Recht auf Müßiggang gegen den "Opferstatus Prekariat" verteidigt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.03.2008

Christoph Haas scheint mit Christiane Rösinger zu sympathisieren, jedenfalls gibt er zunächst seine Verwunderung darüber zu Protokoll, dass die singende Rösinger nicht so bekannt ist wie die Kollegen von Blumfeld oder Tocotronic. Das Buch ist zwar nicht der im Untertitel angekündigte Roman, sondern besteht laut Haas eher aus Beobachtungen des eigenen (Musiker-)Lebens, hat den Rezensenten aber trotzdem gut unterhalten. Vor allem wegen Rösingers Talent zum Erfinden pointierter Wendungen: "Küchenfundamentalismus" zitiert Haas, und "Unterforderungs-Burn-Out". Für ihn sind diese Geschichten aus dem lässig-ironischen Leben am unteren Berliner Existenzlimit durchaus neun prekäre Euro wert, wie es scheint.
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