Christian Uetz

Das Sternbild versingt

Gedichte
Cover: Das Sternbild versingt
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783518123768
Taschenbuch, 96 Seiten, 7,00 EUR

Klappentext

Die Einschläge der Leidenschaft in die Sprache der Liebe sind heftig, und wenn in den Gedichten Liebe nur ein Wort ist, ist das Wort nur Liebe. In den Zyklen und Intermezzi des Bandes lässt sich oft kaum unterscheiden, ob Uetz' Gedichte reine Philosophie oder seine Gedanken pure Poesie sind. Die universal verdichtete Sprache entfaltet ihre Explosivität gemäß Novalis "je poetischer, desto wahrer".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2004

Thomas Poiss macht sich daran, den Ruf des Schweizer Lyrikers Christian Uetz als mit der "Aura des Schamanen" behafteten "Virtuosen an Intensität" anhand dessen neuestem Gedichtband zu prüfen und kommt zu einem geradezu vernichtenden Urteil. Diese Gedichte sind von "nicht mehr parodierbarer Peinlichkeit", so der fassungslose Rezensent in seinem gnadenlosen Verriss des Buches. Er siedelt die Verse irgendwo "zwischen Brunftschrei und tröstlicher Paradoxie" an und hat auch "nackte Lebenshilfe-Rhetorik" und an "poetologische Sekten" erinnernde Schlagwörter zuhauf gefunden, was seine Kritik nicht gerade abzumildern im Stande ist. Dass der Autor seinen Gedichten zudem erklärende Texte beigegeben hat, versöhnt den Rezensenten auch nicht, weil er in ihnen nichts als "geistesgeschichtliche Kurzschlüsse" oder gar schlichtweg "Humbug" entdecken kann. Der Gedichtband bietet ein "unverdauliches Müsli quellender Wortflocken und geschroteter Gedanken aus neodionysischem Anbau" höhnt der entrüstete Rezensent, der nach eigenen Angaben auf solcherart "Schamanenpoetik" gern "verzichtet".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.06.2004

Geradezu verzückt zeigt sich der Rezensent Michael Braun von der "existenzfiebernden" Poesie des Christian Uetz. Entschieden nimmt er den Dichter in Schutz gegen jene, die seine "konvulsivische" Heftigkeit - auch und gerade im Vortrag - befremdlich finden. Uetz sei ein "schamanischer Wörterzauberer" von hohen Graden, ein existenzialistischer Philosoph als Dichter, der die Tradition Kierkegaards, Nietzsches, Heideggers in seinen "Sprach-Exaltationen" zum "Siedepunkt" zu bringen verstehe. Poetischer Referenzpunkt des neuen Bandes, der aus zwei philosophischen Prosa-Gedichten besteht, sind Paul Celan auf der einen, der Minnesang auf der anderen Seite. Gerade der letztere Sachverhalt führt dann aber zur einzigen kritischen Anmerkung des Rezensenten. Allzu "willig" folge der vom Nichts und dem Nichten besessene Autor den Sirenenklängen der Minnewörter wie "Sehnsucht" und "Liebe". Hier droht "Sentimentalität", meint Braun, den das von seiner ansonsten unverhohlen geäußerten Begeisterung aber nicht abrücken lässt.